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Die besten Apple-Flops

23.08.2012 | 10:39 Uhr |

Ping

Ping an sich ist eigentlich ein rein technischer Begriff zur Überprüfung der Erreichbarkeit eines Hosts im Netz. Mit iTunes 10 wollte Apple den Begriff für sich reservieren und nannte so sein Musik-Netzwerk in iTunes. Die Idee ist nicht schlecht – man nehme die besten Funktionen von Facebook und Twitter und vermische sie zu einem neuen Netzwerk mit thematischer Ausrichtung. Apples Absichten sind dabei klar: Für die Nutzer in iTunes soll das Einkaufen von Songs zu einem sozialen Erlebnis werden. Als schöner Nebeneffekt sollen die Freunde und entfernte Bekannte die empfohlenen Titel auch kaufen und so den Umsatz des Store steigern. Gleich nach dem Start wurde gar die erste Million Nutzer vermeldet. Seit dem hat sich die Nachrichtenlage um Ping nicht geändert. Laut den jüngsten Äußerungen von Tim Cook konnte Ping gar einen stillen Tod sterben . iOS und OS X werden immer mehr mit Twitter und zuletzt Facebook verbunden. Man kann nur über die Misserfolgsgründe rätseln. Zum einen ist Ping zu dem Zeitpunkt erschienen, als es an sozialen Netzwerken nur so wimmelte. Zum anderen konnte sich Apples Produkt von den anderen damit abheben, dass die eingebunden Künstler eigene Inhalte exklusiv über das Netzwerk teilten. Nach der Anfangsphase der allgemeinen Begeisterung hatte das Interesse der Musiker genau so schnell abgeebbt wie das der Nutzer und so wird Ping wohl in die Geschichte als eins der Apple Flops eingehen.
 

Mobile Me

Mobile Me ist seit Anfang August endgültig Geschichte und so kann Apple seinen neuen Synchronisierungsdienst iCloud auf den Vordermann bringen. Dass der erste Versuch mit dem mobilen Speicher deutlich in die Hose ging, hatte Steve Jobs selbst in seiner letzten Keynote (zur WWDC 2011) bezeugt: "This was not our finest hour". Walter Isaacson schreibt in seiner Jobs-Biographie, dass kurz nach dem Start von Mobile Me ein Meeting mit den verantwortlichen Entwicklern stattgefunden habe. Jobs hatte förmlich getobt und gemeint, für alle Fehler sollten sich die Apple-Ingenieure schämen. Mobile Me scheiterte primär an der technischen Ausführung, zu oft kamen die Ausfälle. Apple wollte damit alle Aspekte des digitalen Lebens (Mobile Me = Mobiles Ich) gleich in die Wolke befördern und scheiterte an der Komplexität der Aufgabe. Mit iCloud macht der Hersteller eher kleinere Schritte und baut die Funktionen nach und nach ein. Gleichzeitig arbeitet Apple an der Hardware-Basis – Die Rechenzentren in Nevada und North Carolina sollen dafür ein Zeugnis sein.
 

EPEAT

EPEAT steht für Electronic Product Environmental Assessment Tool, Apple hat sich an der Konzeption und Verwirklichung des Tools auch beteiligt. Nun konnte man im Juli 2012 eine On-Off-Beziehung zwischen Apple und dem Zertifizierungsprogramm erleben. Erst zog sich der Hersteller aus dem Programm zurück, ohne wie üblich die Gründe zu erklären. Nach einem Aufruhr in der Presse eine Woche später erklärte Apples Hardware-Chef Bob Mansfield, dass alle geeigneten Produkte wieder eine Zertifizierung von EPEAT bekommen sollen. Die wahren Gründe für den Rückzug und Rückkehr zu EPEAT bleiben wohl nur für Apples Funktionäre bekannt. Man kann nur spekulieren, dass EPEAT zu dem besagten Zeitpunkt die Zusatz-Kriterien für seine Bewertungen weiterentwickelte und so konnte Apple mit diesem Schachzug die „geeigneteren“ Kriterien bei dem Zertifizierungsprogramm favorisieren. Dazu sind die staatlichen Behörden in den USA verpflichtet, nur die Produkte mit dem entsprechenden EPEAT-Siegel einzukaufen. Einen endgültigen Rückzug aus dem Programm konnte sich Apple nicht leisten.
 

Motorola ROKR E1 iTunes Handy  

Jüngere Apple-Fans, die durch das iPhone an die Marke herangekommen sind, mögen es kaum glauben: 2005 präsentierte Steve Jobs zwei Jahre, bevor das iPhone auf den Markt kam, ein Motorola-Handy, das iTunes unterstützte. Das ROKR E1 beherrschte Triband und Bluetooth und war mit einer VGA-Kamer ausgestattet, die Bilder mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln fotografierte und Videos aufnehmen konnte. Die iTunes-Software musste man sich zuvor mit der mitgelieferten CD auf dem Rechner installieren. Die Übertragung der Musikstücke erfolgt ausschließlich über das mitgelieferte USB-Kabel. Der 512 MB große Speicher bot nur Platz für etwa 100 Songs. Immerhin lief die Musik während des Schreibens von SMS oder im Flugmodus im Hintergrund weiter. An den iPod Nano, der damals in der 4GB-Variante auf dem Markt war, kam das ROKR jedoch nicht heran – ein Grund, weshalb es floppte und Apple kurz darauf begann, eigene Smartphones herzustellen.
 

  Empfangsprobleme beim iPhone 4  

Schnellerer Prozessor, hochauflösendes Display, neues Gehäuse – die Begeisterung um das iPhone 4 im Jahr 2010 war groß. Doch nach dem Verkaufsstart klagten immer mehr Nutzer über Empfangsprobleme. Der Grund: Die Antennen waren im Rahmen eingelassen. Wenn man das iPhone mit der Hand zu fest umschloss konnte es sein, dass die Empfangsqualität abnahm . Besonders anfällig war der schwarze Strich an der linken Seite unten. Mit dem iPhone 4S hat Apple das Problem behoben.
 

  64-Bit Carbon  

Die Programmierer von Adobe dürfte sich wohl noch mit Grauen an die WWDC 2007 erinnern, auf der Apple bekannt gab, das Arbeiten mit 64-Bit-Carbon einzustellen . Das hatte zur Folge, dass 2008 Photoshop CS 4 für Mac nicht in der 64-Bit, sondern nur in der 32-Bit-Variante auf dem Markt kam. Adobe hatte sich bei der Entwicklung des Programms auf die kompatible Carbon API von Mac OS X konzentriert. Nun musste das Programm auf Cocoa neu programmiert werden. Dafür mussten die Entwickler den Code komplett neu in Objektive C umschreiben. CS5 unterstützte dann schließlich wieder die 64-Bit-Variante.
 

  Power Mac G4 Cube  

Der Power Mac G4 Cube sah aus wie ein Würfel und war nur 20 x 20 Zentimeter groß. Das CD/DVD-Laufwerk befand sich auf der oberen Seite, weshalb viele den Cube auch spöttisch „Toaster“ nannten.  Der Rechner wurde im Juli 2000 auf der MacWorldExpo in New York vorgestellt. Er hatte keinen aktiven Lüfter und kühlte allein durch Konvektion. Dieses technische Feature und das Design waren damals ein Novum. USB- und Firewire hatte der Power Mac G4 Cube ebenfalls. Neu war auch Proximity Switch, das den Rechner durch bloßes Handauflegen in den Startmodus versetzte. Allerdings konnte sich der G4 Cube nicht durchsetzen. Er war recht teuer und kaum erweiterbar, weshalb Apple ihn im Juli 2001 wieder einstellte.
 
 

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