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Die neuen Apple TV+-Serien: Wie kommen sie an?

04.11.2019 | 17:43 Uhr | Stephan Wiesend

Apples neue Serien wie "See" und "Morning Show" kommen bei den Zuschauern offensichtlich weit besser an als bei manchen Kritikern.

Erst seit dem 1. November sind Apples neue TV-Serien auf der neuen Plattform Apple TV+ verfĂŒgbar, viele Kritiker durften die Serien aber schon vorab sehen und haben bereits dutzende von Rezensionen veröffentlicht. Nicht nur positive: Unter den TV-Profis waren die Meinungen recht gespalten, vor allem was die Bewertung der beiden Top-Serien „See“ und „The Morning Show“ betrifft.

Bei den Zuschauern selbst kommen Apples neue Serien offensichtlich sehr gut an, wie erste Wertungen bei Rotten Tomatoes und IMDB zeigen. Wie schon so oft, sind sich Kritiker und Zuschauer in ihrer EinschÀtzung nicht einig: Vor allem das Endzeitdrama "See" mit Jason Momoa wird von der Kritik bemÀngelt und dem Publikum geschÀtzt.

Nicht vergessen darf man dabei, dass erst die ersten drei Episoden ganzer Staffeln zu sehen sind und es noch relativ wenig Bewertungen von Zuschauern gibt. Wir haben uns aber trotzdem die ersten Reaktionen auf die vier wichtigsten Serien angesehen:  "The Morning Show", "See", "Dickinson" und "For all Mankind". Meist Ă€ndert sich nĂ€mlich an diesem ersten Eindruck der Zuschauer nur noch wenig – und das Urteil der Medien ist schließlich bereits gefallen.

"The Morning Show"

Die von Jennifer Aniston und Reese Witherspoon prominent besetzte Serie erhĂ€lt bei IMDB eine erstklassige Note von 8,2 (von 10). Das ist ein klarer Erfolg, ist die Note der International Movie Database doch fĂŒr viele Zuschauer fast schon verbindlich. Vor allem die erste der drei Folgen wird dabei von den Zuschauern gelobt.

Es gibt aber nicht nur IMDB, sondern auch den großen Konkurrenten Rotten Tomatoes, der Rezensionen professioneller Kritiker auswertet und daraus eine Gesamtnote in Prozent erstellt – 100 Prozent sind hier das Maximum. Bei den professionellen Kritikern kommt die Serie mit enttĂ€uschenden 59 Prozent nicht so gut an. Die immerhin 68 Rezensenten von Medien wie "Detroit News" oder "Boston Globe" sind dabei sehr unterschiedlicher Meinung. Die "Detroit News" ist von der Serie enttĂ€uscht, der "Boston Globe" hofft, dass sie sich weiterentwickelt und der "Guardian" hĂ€lt sie fĂŒr ein Meisterwerk!

Eindeutig ist aber die Wertung durch die Leser, mit 94 Prozent sind sie offensichtlich begeistert. Ein auffallender Kontrast zwischen Kritikern und Publikum.

"See"

Bei den Kritikern hat es auch Jason Momoa wieder einmal schwer. Nur 39 Prozen t erhĂ€lt die neue Serie bei den Kritikern, dagegen sind die Zuseher mit 84 Prozent eigentlich sehr zufrieden. Auch bei IMDB ist die Bewertung respektabel, die Serie erhĂ€lt eine gute 7,7 von den 4204 Teilnehmern. Auch hier wird vor allem die erste Folge gelobt. Die Kritiker halten sich dagegen weniger zurĂŒck und die Serie erhĂ€lt nur die Kritikernote 39 Prozent. Auch hier ist aber der Audience Score völlig anders und mit einem Wert von 84 Prozent ausgezeichnet. Offensichtlich ist die Serie gute Unterhaltung, kann Literaten aber nicht begeistern. Vielleicht keine Überraschung, war Momoa doch noch nie echter Liebling der Filmkritik .

Bei den Kritikern kommt See nicht so gut an, wie beim Publikum.
VergrĂ¶ĂŸern Bei den Kritikern kommt See nicht so gut an, wie beim Publikum.

"Dickinson"

Bei der Serie "Dickinson" um die junge Lyrikern Emily Dickinson sind sich Kritiker und Publikum dagegen einig: Die sperrige Serie erhĂ€lt mit 72 Prozent eine gute Kritikernote und gilt nach MaßstĂ€ben von Rotten Tomatoes als sehenswert. Mit 91 Prozent gibt es außerdem einen erstklassigen Audience Score. Eher mĂ€ĂŸig schneidet die Serie zwar mit 6,8 bei IMDB ab , allerdings gibt es gerade bei dieser Serie noch relativ wenige Bewertungen. Die Serie macht es dem Zuschauer nicht einfach, so stören sich offenbar viele IMDB-Nutzer an der Nutzung von Rap-Musik in einer historischen Serie.

"For All Mankind"

Noch bessere Noten bei Rotten Tomatoes erhÀlt die Serie "For All Mankind" , eine Serie, in der die Sowjetunion den Wettlauf zum Mond gewonnen hat. Von den Kritikern gibt es gute 74 Prozent, vom Publikum 83 Prozent. Auch diese Serie schneidet bei IMDB mit 6,6 aber eher schlecht ab. Zumindest einige der IMDB-Nutzer scheinen sich dabei aber vor allem daran zu stören, dass es in der Astronauten-Serie sehr oft um das Thema Gleichberechtigung geht.

Weitere Serien

FĂŒr die anderen Serien gibt es aktuell noch zu wenig Nutzer- und Kritikerwertungen fĂŒr eine sinnvolle EinschĂ€tzung. UnterschĂ€tzen sollte man diese Serien allerdings nicht: So hĂ€lt aktuell "Snoopy" mit einer Note von 9,3 bei IMDB die Spitzenwertung und auch die Familien-Serie "Helpsters" kommt  gut an – vermutlich wird hier die Zielgruppe perfekt angesprochen.

Unsere Meinung:

Die Wertungen einiger Kritiker wirken fast schon enttĂ€uschend, sehr gut schneiden die Serien aber offensichtlich beim Publikum ab – und das ist wohl wichtiger. Von Filmkritikern hochgelobte Serien sind oft riskant und werden vom Zuschauer verschmĂ€ht und das kann sich auch Apple beim Aufbau des neuen Angebotes nicht leisten.

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