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Drohnenangriff auf weltgrößte Raffinerie

17.09.2019 | 09:08 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Steigen jetzt die Öl- und Benzinpreise? Die weltgrößte Raffinerie in Saudi-Arabien wurde mit Drohnen angegriffen. Update: Foto von den Zerstörungen.

Am Wochenende wurden die größten Ölraffinerie von Saudi-Arabien vermutlich mit Drohnen angegriffen. Die Drohnen transportierten explosive Stoffe zu der Ölraffinerie in Abqaiq und setzten diese in Brand. Außerdem brannte das Ölfeld in Khurais. Mittlerweile sollen die Feuer unter Kontrolle sein.

Houthi-Rebellen aus dem Jemen übernahmen die Verantwortung für den Angriff. Die Rebellen behaupten, dass sie zehn Drohnen gestartet hätten und dabei Unterstützung von Leuten aus Saudi-Arabien erhalten hätten. Die Rebellen wollen ihre Angriffe fortführen, bis Saudi-Arabien sich aus dem Jemen zurückziehe. Die USA machen jedoch den Iran verantwortlich, der aber jede Beteiligung leugnet. Der Iran unterstützt jedoch die Houthi-Rebellen.

Dieses Foto zeigt einen Teil der Zerstörungen.
Vergrößern Dieses Foto zeigt einen Teil der Zerstörungen.
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Es gab bereits einige Drohnen-Angriffe auf Ölförderanlagen in Saudi-Arabien. Bereits im Mai 2019 beispielsweise gab es einen derartigen Angriff. Damals ging die Sache glimpflich aus, Saudi-Arabien musste seine Ölförderung nicht unterbrechen. Das ist dieses Mal aber ganz anders, der Angriff vom Wochenende ist der mit Abstand schwerwiegendste.

Denn durch den Drohnenangriff wurde die Ölraffinerie in Abqaiq, die nach eigenen Angaben die größte Raffinerie der Welt ist, in der Nähe des Persischen Golfs schwer beschädigt. Der Betreiber der Anlage, die staatliche Öl-Firma Aramco, meldet, dass der Betrieb bis zu mehrere Wochen oder sogar Monate unterbrochen sein könnte. Durch den Ausfall der Anlage in Abqaiq reduziere sich die Öl-Produktion von Saudi-Arabien um die Hälfte und die weltweite Produktion um fünf Prozent, wie The Guardian berichtet.

Die Huthi sind eine vom Iran unterstützte schiitische Bürgerkriegspartei im Jemen. Saudi-Arabien bekämpft die Huthi.

Ob der Angriff tatsächlich mit Drohnen oder doch eher mit Marschflugkörpern durchgeführt wurde, wird von Experten noch diskutiert . In jedem Fall gelang es den angreifenden Flugkörpern den Radar der saudi-arabischen Luftabwehr zu unterfliegen.

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