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E-Scooter-Unfallstatistik: Die Gründe für Unfälle

26.03.2021 | 14:19 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Verunglückte E-Scooter-Fahrer sind oft alkoholisiert und jünger als 25 Jahre. Und sie fahren falsch. Das sagt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamtes.

Das Statistische Bundesamt hat erstmals eine ausführliche Auswertung zum Unfallgeschehen mit E-Scootern vorgelegt. Demnach registrierte die Polizei im Jahr 2020 in Deutschland insgesamt 2155 Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen alias E-Scootern, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden. Dabei kamen 5 Menschen ums Leben, 386 wurden schwer verletzt und 1907 leicht verletzt. Mehr als 80 Prozent der Verunglückten waren selbst mit dem E-Scooter unterwegs gewesen, die übrigen 20 Prozent wurden also Opfer eines E-Scooter-Fahrers.

Die meisten E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden gab es in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (566) und Bayern (334), die wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern (16) und Thüringen (11).

Bei 72,1 Prozent der Unfälle (1553 Unfälle) waren die Fahrerin oder der Fahrer des E-Scooters hauptverantwortlich. In den meisten dieser Fälle verloren die E-Scooter-Fahrer die Kontrolle über ihr Gefährt, ohne dass andere Verkehrsteilnehmende dazu beigetragen haben.

Alkohol, falsches oder zu schnelles fahren

Wie leider so oft beim Unfallgeschehen spielt auch bei E-Scooter-Unfällen Alkohol eine entscheidende Rolle. Laut Polizei standen E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer in 431 Fällen beziehungsweise bei 18,3 Prozent der Unfälle unter Alkoholeinfluss. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrenden 7,1 %, und bei zulassungsfreien Krafträdern (7,8 %). Für E-Scooter gilt die gleiche Promillegrenze wie für Autofahrer: 0,5 Prozent . Für Fahranfänger gilt während der zweijährigen Probezeit sogar die 0,0-Prozent-Promillegrenze!

Bei 392 Unfällen (16,6 %) waren die E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrern falsch auf der Fahrbahn oder den Gehwegen unterwegs. E-Scooter-Nutzer müssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen verwenden. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten.

Die dritte Unfallursache ist zu schnelles Fahren: 199 Unfälle (8,5 %) rühren daher.

Jugend als Risiko?

Zwar verunglücken E-Scooter-Fahrer aller Altersgruppen, doch 33,7 Prozent aller an einem Unfall beteiligten E-Scooter-Fahrer waren jünger als 25 Jahre. Zum Vergleich: Bei den Unfallbeteiligten, die mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs waren, war nur 24,2 % jünger als 25 Jahre.

Von den 2155 E-Scooter-Unfällen mit Personenschaden waren 918 Alleinunfälle. Es gab also keinen Unfallgegner. 3 der 5 getöteten E-Scooter-Fahrenden kamen bei Alleinunfällen ums Leben. Auch die Hälfte aller verletzten E-Scooter-Fahrenden ist auf Alleinunfälle zurückzuführen.

An mehr als der Hälfte (1170) der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist war dies eine Autofahrerin oder ein Autofahrer (693 Unfälle). Gut ein Drittel der verunglückten E-Scooter-Nutzenden verletzte sich bei eben solchen Zusammenstößen mit Pkw (der Anteil lag bei 37,2 %).

Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen eine vergleichsweise geringe Rolle: 2020 registrierte die Polizei 264.000 Unfälle mit Personenschaden, nur an 0,8 % war ein E-Scooter-Fahrer oder eine E-Scooter-Fahrerin beteiligt. Dagegen gab es deutschlandweit rund 91.500 Fahrradunfälle mit Personenschaden.

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