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EFF: Facebooks Angriff gegen Apple "lächerlich"

21.12.2020 | 12:10 Uhr | Halyna Kubiv

Mit iOS 14.3 sollen die Entwickler darauf hinweisen, welche Daten sie am Gerät abgreifen. Ab iOS 14.4 kommt noch eine Neuerung hinzu.

Bereits in den ersten Betas von iOS 14 war absehbar, dass Apple mit der neuen Betriebssystemversion noch mehr auf Datenschutz setzt. Ab Januar sollen beispielsweise die Nutzer aktiv einwilligen, dass eine App die Nutzerdaten den Drittparteien zur Nachverfolgung übergibt. Diese und eine weitere Neuerung aus iOS 14.3 sind offenbar Facebook ein Dorn im Auge, profitiert doch die Firma von der personalisierten Werbung, die über Tracking der Nutzer zustande kommt. Letzte Woche hat Facebook sogar in großen US-Zeitungen dagegen beworben, weil angeblich davon vor allem kleine Unternehmen und App-Entwickler leiden werden ( wir haben berichtet ).

Apples Tim Cook hat auf Twitter geantwortet , dass die Nutzer eine Auswahl haben müssen, ob die Apps ihre Daten weitergeben können oder nicht. Bebildert war der Tweet mit einer Anfrage ausgerechnet von Facebook, die Antwort ist wahrscheinlich bei den Adressaten angekommen.

Nun mischt sich in die Diskussion die Organisation " Electronic Frontier Foundation ", die sich Datenschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Demnach sind die Einwände von Facebook, unter Apples Regelung werden vor allem Kleinunternehmen leiden, einfach "lächerlich". Mit dem Transparenzbericht der Apps und Tracking-Kontrolle von iOS zielt Apple ins Herz von Facebooks Geschäftsmodell, so viele Daten wie nur möglich zu sammeln und anhand derer personalisierte Werbung an eigene Kunden zu verkaufen. Die Kleinunternehmen sind laut EFF gewissermaßen Geisel im kaputten System von Facebook & Co., denn nur rund 40 Prozent der Werbegelder kommen dem Inhalteanbieter zugute, der Rest landet im Netzwerk der Tracking-Firmen, eine der größten ist Facebook.

Auch personalisierte Werbung stellt "Electronic Frontier Foundation" infrage. Dass sie effektiver ist als alle anderen Modelle, sei eine etablierte Fantasie auf dem Markt. Dies verhindert auch, dass zu den weiteren Arten von Werbung auf dem Markt geforscht wird.

In ihrem Schlusswort verlangt die EFF von Google, eine vergleichbare Funktion in Android einzubauen, wie Apple es für iOS 14 getan hat. Das Problem dabei dürfte sein, das Google wie Facebook ebenfalls auf Tracking der Nutzer für personalisierte Werbung setzt und mit der Android-Funktion sein Geschäftsmodell untergraben kann.

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