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EU-Kommission überlegt Untersuchung gegen Apple

15.03.2019 | 09:52 Uhr | Peter Müller

Noch ist ungewiss, ob Spotifys Beschwerde bei der EU-Kommission Folgen haben wird. Die zuständige Kommissarin lässt prüfen.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager überlegt laut eines Berichts des Berliner Tagesspiegels , Untersuchungen gegen Apple wegen unfairer Praktiken im App Store einzuleiten. Basierend auf die Vorwürfe des Konkurrenten Spotify, der sich gegenüber Apples eigenem Angebot benachteiligt sieht, solle sich die Behörde das Gebaren Apples näher ansehen.

Auf den ersten Blick erinnere das an ein Verfahren gegen Google, das im Jahr 2017 wegen unfairer Behandlung seiner Rivalen auf seinen Plattformen zwei Miliiarden US-Dollar Strafe zahlen musste. Dazu müsse man aber erst zum Ergebnis kommen, dass Apple tatsächlich eine den Markt dominierende Stellung einnehme. Spotify-Gründer Daniel Ek wiederholt derweil in einer Rede in Berlin auf der International Conference on Competition seine Vorwürfe und legt auch nach. Es sei weithin unbekannt, dass Steve Jobs im App Store nur Apple-Content hätte haben wollen, behauptet Ek. Erst die Entscheidung, den App Store ein Jahr später zu öffnen, hätte die App-Wirtschaft zum Blühen gebracht. (Anmerkung: In der Tat war das iPhone 2007 zunächst als weitgehend geschlossenes System konzipiert, der App Store hingegen von Anfang an im Jahr 2008 offen).

Laut Ek habe sich die offene Partnerschaft in den letzten Jahren immer mehr zu einem einseitigen Geschäft für Apple verschoben. Ek sieht Apple sowohl als Schiedsrichter und als Mitspieler in Sachen Audiostreaming und seine Company sowie andere Unternehmen benachteiligt. Ek kritisiert zudem die Regeln des App Store , die sich ständig ändern würden. Er begrüßt zwar, dass der Anbieter die Sicherheit und Zuverlässigkeit der eingereichten Apps überprüfe, die Kriterien würden sich aber ständig ändern. Es sei so, als wäre man zu einer Partie Tischtennis eingeladen, die man mit verbundenen Augen führen müsse, während sich die Regeln dabei ständig ändern würden. Schönes Bild - das uns aber maßlos übertrieben erscheint.

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