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EU-Kommission untersucht Apple Pay

17.10.2019 | 09:55 Uhr | Peter Müller

Behindert Apple mit seinem Bezahlsystem den Wettbewerb? Die Untersuchung steht an ihrem Anfang - und könnte bald eingestellt werden.

Apple Pay ist in das Visier der Kartellbehörden der EU geraten. Nach einem Bericht von MLex untersuche die Kommission das drahtlose digitale Bezahlsystem auf mögliche Wettbewerbsbehinderungen und befragt dazu Marktkonkurrenten. Im Fokus steht vor allem die prominente Bewerbung des Dienstes, den Apple bereits bei der Einrichtung eines iPhones anpreist – auch später bekommt man auf seinem Smartphone öfter die Aufforderung, sich für Apple Pay zu registrieren. Einige Online-Shops haben nach Angaben von MLex einen Fragebogen erhalten, mit den Fragen, wie denn iOS den Nutzer bei der Bezahlung zu Apple Pay verleitet und andere Dienste herunterpriorisiert.

Ein weiterer Aspekt möglicher Behinderungen des Wettbewerbs: Apple lässt keine anderen Dienste zu, die NFC-Chips in iPhone und Apple Watch zu diesen Zwecken nutzen. Allerdings hat sich das mit iOS 13 geändert, der NFC-Chip in iPhones kann nicht nur Lese- sondern auch Schreibzugriffe verwalten. Diese Möglichkeit ist jedoch nicht für andere Bezahldienste freigegeben, sondern beispielsweise für Ausweise mit einem NFC-Chip. Apple argumentiert zudem, mit dem iPhone kann man auch andere Bezahlmethoden verwenden, beispielsweise über einen QR-Code, der eine Transaktion starten kann. In der Schweiz hat sich der iPhone-Hersteller mit einem QR-Bezahldienst Twint darauf geeinigt, dass die QR-Code-Transaktion am iPhone nicht von Apple Pay beim Bezahlen verdrängt werden soll. Noch ist die Untersuchung nicht besonders weit gediehen, laut eines Sprechers suche die Kommission nach "möglichen wettbewerbsbehindernden Praktiken" – sollten sich keine Evidenzen dafür finden, könnte sie auch schnell wieder eingestellt werden.

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