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Eigentlich zu lahm: SSD-RAID erzielt im Mac Pro 5328 MB/s

19.07.2019 | 14:39 Uhr | Stephan Wiesend

Sonnet hat eine neue Sonnet M.2 PCIe-Karte vorgestellt, die sowohl im alten als auch kommenden Mac Pro 2019 läuft.

Ein Mac Pro mit PCIe-Steckplätzen kann nicht nur mit neuen Grafikkarten ausgestattet werden, auch für schnellen Speicher eignen sich die Ports. Sonnet hat vor kurzem eine erste PCIe-Karte für bis zu vier PCie-SSDs vorgestellt, die sowohl mit dem Mac Pro von 2019 als auch mit dem Mac Pro von 2010 kompatibel ist. Auf Tests in einem Mac Pro 2019 muss man wohl noch eine Weile warten, wie die Seite Barefeats berichtet , zeigt die Karte aber auch schon in einem alten Mac Pro von 2010 eine gute Performance - wenn auch nur auf den ersten Blick. Die neue Karte bringt den alten Mac Pro nämlich an seine Leistungsgrenze:

Die Tester statteten die knapp 500 Euro teure Karte mit drei Samsung 970 Pro-SSDs mit 512 GB Speicher aus und installierten sie in einem Mac Pro von 2010 mit 12-Core-Xeon. Eine Samsung 970 Pro kostet knapp 150 Euro, das SSD-RAID bleibt also noch relativ bezahlbar – ist doch interner Speicher von Apple teuer und das wir wohl auch beim Mac Pro 2019 nicht anders sein.

Schon mit zwei installierten SSDs kann AJA System Test eine Leserate von 5638 MB/s messen - fast doppelt so schnell wie die aktuell von Apple verbauten interne SSDs und eigentlich ein gutes Ergebnis. Die PCIe-Karte fasst die SSD-Module in Form eines RAID0 zusammen und unterstützt bis zu vier der schnellen Speicherbausteine. Die Leserate blieb im Test aber immer gleich, egal ob zwei, drei oder gleich vier SSDs verbaut waren. Selbst bei vier installierten 970 Pro steigerte sich die Leserate gerade einmal auf 5722 MB/s – nahe an der Messtoleranz des Tools. Deutlicher war der Performancegewinn bei Messung der Schreibrate: Mit zwei SSDs lag sie bei 4261 MB/s, bei drei SSDs bei 5328 MB/s, bei vier SSDs bei 5281 sank sie sogar etwas. Gut zu wissen: Die PCie-Karte wird auch von Windows unterstützt, per Software kann man sie übrigens auch als RAID 5 konfigurieren (etwas mit dem Tool SoftRAID)

Leistungsgrenze

Zumindest im Mac Pro von 2010 kann man die Performance nämlich nur begrenzt steigern (vom zusätzlichen Speichervolumen und der nicht geprüften Zugriffszeit einmal abgesehen). Ursache ist die interne Architecktur des alten Mac Pro, welche die maximale Bandbreite auf etwa 6000 MB/s begrenzt. Der Mac Pro 2019 sollte mit der gleichen Karte dagegen deutlich höhere Leistungen erreichen können, er nutzt statt PCIe 2.0 das neuere PCIe 3.0 und wird eine Bandbreite von 12000 MBs bieten. Zumindest ist dies zu erwarten, Messergebnisse mit einem Mac Pro 2019 sind noch nicht verfügbar.

Noch stärker wird die Leistung aber bei der Nutzung per Thunderbolt 3 begrenzt, etwa bei Einbau in einem externen PCIe-Gehäuse: Hier liegt die maximale Transferrate bei 2600 MB/s  – auch mit drei oder vier SSDs. Für manche Anwendungsgebiete kommt der neue Mac Pro also gerade recht.

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