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Elektroauto: Forscher speichern Wasserstoff in Paste

03.02.2021 | 08:34 Uhr | Peter Müller

Eine Entwicklung aus Dresden könnte Wasserstoff als Energieträger für Elektrofahrzeuge wieder attraktiver machen.

Der Verbrennungsmotor geht seinem Ende entgegen,  aus welchen Speichern der Elektromotor unterwegs am umweltfreundlichsten seine Energie beziehen wird, ist noch nicht raus. Lithiumionenbatterien machen bei der Produktion Probleme, aber auch Brennstoffzellen, die auf elementaren Wasserstoff angewiesen sind, sind nicht ohne. Aufgrund der logistischen Probleme – flüssiger Wasserstoff muss bei 700 Atmosphären Druck im Tank gehalten werden – ist der Wirkungsgrad nicht sonderlich hoch. Hinzu kommt, dass großindustriell Wasserstoff unter Ausscheiden von CO 2 meist noch aus Erdgas gewonnen wird, vorwiegend Methan .

Für kleinere Fahrzeuge wie Elektroroller oder Flugmaschinen wie Drohnen scheidet Wasserstoff als Energiespeicher völlig aus – zumindest in der bisher etablierten flüssigen Form. Diesem Problem Abhilfe schaffen könnte aber eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Fertigungs­technik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden, berichtet Pro Physik . Den Forschenden ist es im Wesentlichen gelungen, Wasserstoff in einer Paste auf Basis von Magnesiumhydrid (MgH 2 ), einem nicht-giftigen Ester und nicht näher spezifizierten Metallsalzen bei Raumtemperatur chemisch zu speichern – und diesen wieder kontrolliert freigeben zu lassen.  Der Clou an dem Powerpaste genannten Stoff: Er ist leicht handhabbar und ließe sich etwa in Kartuschen für Kleinfahrzeuge an herkömmlichen Tankstellen verkaufen – oder auch in etwas größeren Mengen aus Fässern pumpen, während eine herkömmliche Wasserstoffzapfsäule heute noch eine Millioneninvestition bedeutet. Dabei steuert die Powerpaste auch nur die Hälfte des letztendlich in der Brennstoffzelle verwendeten Wasserstoffs bei, die andere Hälfte stammt aus – Wasser.

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