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Englische und andere Einstellungen

14.02.2009 | 00:00 Uhr

Englische und andere Einstellungen

Legt man in einem Projekt eine neue Spur an, hat man nicht wie bisher die Wahl zwischen Softwareinstrument und echtem Instrument, sondern bekommt nun die dritte Option "E-Gitarre". Gitarrensounds hatte Garageband zwar seit jeher angeboten, nur war deren Klang einerseits dürftig und andererseits kaum konfigurierbar. Die bekannten Softwareinstrumente sind noch da, Gitarristen echauffieren sich aber zu Recht, wenn jemand versucht, Sechs-Saiten-Klänge mit einem Keyboard einzuspielen. Das ist mit Garageband 5.0 nun auch wirklich nicht mehr nötig, Apple geht bei der Klangerzeugung für Gitarren einen neuen Weg, den man etwa von der Guitar-Rig-Serie von Native Instruments kennt. Die grafische Oberfläche zur Konfiguration von Verstärkern und Effektpedalen macht Spaß, anhand der Abbildungen der von Apple mangels Lizenz so genannten "Vintage Stack" oder "Black Face Combo" erkennt man die Originale von Marshall und Fender recht gut. An Knöpfen drehen, und seien sie auch nur virtuell, bereitet dem Gitarristen deutlich mehr Freude als das Schieben von Reglern. Richtig variantenreich wird die Klangerzeugung aber mit den Fußpedalen oder Stompboxes. Zehn gängige Effekte wie Fuzz, Delay, Chorus oder Flanger stehen zur Verfügung, fünf davon darf man vor seinen virtuellen Verstärker stellen - mehr erlaubt die Band im echten Leben auch nicht. Alles an Einstellungen ist nun gestattet, wer nicht gleich bei den ersten hundert Versuchen den Sound seiner Wahl trifft, verliert dennoch nicht so leicht den Überblick. Die eigenen Einstellungen für Gitarren legt Garageband separat von den Apple-Presets ab. Die klingen durchweg akzeptabel und eignen sich derart als Ausgangspunkte für eigene Soundentwicklungen.

Fazit

Bei aller Freude über die neue Gitarrenanlage und die Lehrvideos in Garageband: Bassisten haben die Entwickler diesmal nicht bedacht. Nur wer gegen die Ehre der Vierseiten-Artisten handelt, wird seinen Bass an einen der virtuellen Gitarrenverstärker anschließen. Ein weiteres Manko: So nett die Fußpedale auf dem Bildschirm wirken, so wenig Fußpedal sind sie wirklich, da sie mangels eines Interfaces für Garageband nur per Mausklick an- und abschaltbar sind. So eignet sich Garageband weiterhin als musikalischer Notizblock für schnelle Aufnahmen, aber sicher nicht zum Live-Einsatz. Gitarristen sei für diesen Zweck Guitar Rig von Native Instruments empfohlen.

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