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Entschädigungen: Deutsche Bahn plant Online-Anträge

18.03.2019 | 13:30 Uhr |

Kommt die Bahn deutlich zu spät, bekommen Zuggäste Geld zurück. Bis das Geld aber auf dem Konto ist, vergeht viel Zeit. Der Grund: komplizierte Formulare und veralterte Methoden. Mit einer geplanten digitalen Lösung will die Deutsche Bahn das zukünftig ändern.

Die Deutsche Bahn will einen weiteren Schritt Richtung Digitalisierung gehen. In Fällen von Zugverspätungen sollen zukünftig einfache Online-Anträge zum Einsatz kommen. Wie Spiegel Online einen Sprecher der Deutschen Bahn zitiert, werde das derzeitig praktizierte Entschädigungsverfahren von den Kunden als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Der Entschädigungsprozess soll nun vereinfacht werden, die Deutsche Bahn arbeite bereits an einer Lösung.

Demnach füllten allein im vergangenen Jahr rund 2,7 Millionen Fahrgäste die komplizierten Entschädigungsanträge aus. Verständlich, immerhin bekommen Fahrgäste, deren Zug eine Verspätung von mehr als zwei Stunden hat, die Hälfte des Fahrpreises zurück. Bis das Geld aber auf dem Konto ist, liegt ein langer, bürokratischer Weg vor sich. Das derzeitige Prozedere sieht vor, dass die Fahrgäste die komplizierten Anträge über den Postweg an das entsprechende Servicecenter mit Sitz in Frankfurt schicken müssen. Ein Zustand, den Verkehrsexpertin Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband als "geradezu antiquitiert" bezeichnet.

Um einen solchen Aufwand zukünftig zu unterbinden, arbeite die Deutsche Bahn in dieser Angelegenheit mit dem Verbraucherschutz- sowie dem Verkehrsministerium zusammen. Wie eine Lösung aussehen könnte und wann diese zum Einsatz kommt, ist bisher noch unklar – dafür sei die Digitalisierung "sowohl fachlich wie technisch komplex".

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