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Erste Berichte über Thunderbolt-Grafikkarten am Macbook

15.12.2016 | 16:19 Uhr |

Die neueren Macbook Pro bieten mit Thunderbolt 3 eine Option, externe Grafikkarten anzuschließen - erste Ergebnisse liegen vor, es gibt aber einige Enttäuschungen.

Die neue Thunderbolt-3-Schnittstelle des Macbook Pro eignet sich nicht nur für den Anschluss von 5K-Monitoren und schnellen Speicherlösungen. Dank hoher Datenraten können sogar leistungsfähige Grafikkarten angeschlossen werden. Wie erste Berichte aus der Praxis zeigen, scheint sich dies aber eher bei den 15-Zoll-Modellen zu lohnen, weniger bei den Modellen mit 13-Zoll-Bildschirm. Leider ist die Nutzung dieser Thunderbolt-3-Lösungen offensichtlich nicht problemlos, die Anwender berichten von einer Vielzahl unterschiedlicher Schwierigkeiten.

Die Hardware

Zur Verfügung stehen mittlerweile mehrere Thunderbolt-3-Lösungen, auch als eGPU bekannt. Relativ günstig ist beispielsweise das Gerät Razer Core von Razer, relativ teuer die Lösung BizonBox (von der wir bereits ein Testgerät angefordert haben), kostet ab 600 US-Dollar ohne Grafikkarte. Anscheinend gibt es je nach Lösung unterschiedliche Probleme. Die in den USA beliebte Razer Core ist beispielsweise eigentlich nur für Notebooks von Razer gedacht, bei Ebay bekommt man ein gebrauchtes Exemplar für 500 Euro. Weitere Lösungen sind erst angekündigt, praktische Erfahrungen liegen noch nicht vor. Vor allem mit der Razer Core gibt es bereits erste Erfahrungen mit der neuen Macbook Pro, unter macOS Sierra wird sie aber ohne Hacks nicht erkannt.

Typische Probleme

Für die Nutzung ist zusätzlich zur Grafikkarte ein externer Monitor erforderlich, zumindest unter Mac-OS X. Nutzt man die eGPU unter Bootcamp ist bei dem 15-Zoll-Macbook Pro mit eigener Grafikkarte auch die Beschleunigung der Anzeige auf dem internen Bildschirm möglich.

Die BizonBox ist laut Hersteller  unter Mac-OS X vor allem interessant, wenn man eine Software wie DaVinci Resolve, Premiere Pro, Photoshop, After Effects und Octane Render nutzt. Bei diesen Programmen kann man laut Hersteller nämlich die externe GPU über eine Voreinstellung auswählen und als eine Art CUDA-Beschleuniger nutzen. Funktionen wie Rendering werden dann schneller durchgeführt. Eine Beschleunigung der Darstellung, etwa hohe Frameraten bei Spielen, ist unter OS X nur bei einem extern angeschlossenen Monitor möglich.

Unter Bootcamp kann man dagegen auch Spiele auf dem internen Display beschleunigen. Hier sind die Ergebnisse gut, allerdings soll die eher langsame CPU des 13-Zoll-Macbook viele Leistung kosten. Beim 15-Zoll-Macbook Pro ist laut den Ergebnissen einiger Nutzer die Leistung hervorragend. Allerdings ist die interne Grafikkarte bereits so schnell, dass man nur mäßige Leistungsverbesserungen erzielt – die nach unserer Meinung in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen. Unterstützt werden außerdem nur einzelne Grafikkarte, da für neuere Modelle keine Mac-Treiber existieren.

Hacks

Gute Ergebnisse auch unter macOS Sierra soll man aber laut Reddit mit der Anwendung einiger Systemeingriffe erzielen. Will man die Razer Core unter dem macOS zum Laufen bringen, gibt es sogar bereits ein freies Installationsskript von Goalque namens "automate eGPU". Davor ist allerdings ein Thunderbolt-3-Hack nötigt, damit das Macbook das Gerät überhaupt erst erkennt.

Thunderbolt 3-Hack

Zur Enttäuschung vieler Nutzer kann ein Macbook viele Thunderbolt-3-Geräte nicht erkennen, nicht von Apple zertifizierte Thunderbolt-Peripherie wird nämlich per Software geblockt. Dazu gehört beispielsweise ein Thunderbolt 3-Dock von Startech. Umgehen kann man dies zwar mit einer Software von Khaos Tian, allerdings muss man zusätzlich auch die System Integrity Protection deaktivieren – per Recovery-Partition. Wir vermuten allerdings, dass Apple ungeprüfte Thunderbolt-Geräte nicht ohne Grund blockt, könnten diese doch dank hoher Spannung ein Macbook schnell beschädigen. Aktuell würden wir deshalb diesen Thunderbolt-Hack nicht empfehlen.

Fazit : Von den externen Grafikkarten hatten wir uns mehr erhofft. Benötigt man für seine tägliche Arbeit eine schnelle Grafikkarte, ist das Macbook Pro 15 Zoll wohl einfach die sinnvollste Wahl. Um eine Lösung wie die Razer Core zum Laufen zu bringen, sind die Eingriffe ins System nach unserer Meinung zu riskant. Vielleicht erscheinen aber in den nächsten Monaten bereits ausgereiftere Lösungen. Bizon Box hat seine Thunderbolt 3 Peripherie für Anfang 2017 versprochen.

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