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Ex-Apple-Designer: Steve Jobs wollte iPad fürs Klo und zum Maillesen

06.02.2020 | 13:06 Uhr | Halyna Kubiv

Zwei Ex iPad-Gestalter meinen, dass Tim Cook andere Ziele verfolge als Steve Jobs ursprünglich – vor allem der stärkere Fokus auf die Produktziele fehle ihm im Vergleich.

Bethany Bongiorno und Imran Chaudhri waren für die ursprüngliche Gestaltung des iPads unter Steve Jobs verantwortlich. In einem ausführlichen Interview beim IT-Blog "Inputmag" blicken sie nach zehn Jahren iPad zurück und vergleichen den aktuellen Apple-CEO Tim Cook mit seinem legendären Vorgänger Steve Jobs.

Steve Jobs: Voller Produktfokus

Die beiden sind inzwischen verheiratet und haben das Startup Humane gegründet. Sie kamen 2007 respektive 2008 (Bongiorno) zu Apple. Ihre Arbeit bezog sich auf mehrere Apple-Produkte wie den Mac, den iPod und später dem iPhone. Es kamen andere wichtige Apple-Geräte hinzu wie die Airpods, der Homepod, aber zunächst mal vor allem das iPad, das bekanntlich noch vor dem iPhone skizziert wurde, damals als Projekt Q79.

Steve Jobs habe auch nach deren Erfahrungen die Fähigkeit gehabt, ein komplettes Ökosystem auf ein einziges Produkt zu konzentrieren und in eine bestimmte Richtung zu lenken, die er bevorzugte. Er sagte genau, was erforderlich wäre für das zu entwickelnde Produkt und war auch derjenige, der Zeitschriften wie "The New York Times" oder das "Wall Street Journal" so früh wie möglich in seine Vision einbezog.

iPad als digitaler Fotorahmen

Steve Jobs sah das iPad auch schon früh als eine Art animierten Fotorahmen, den man sich in die Küche oder das Wohnzimmer stellen konnte, wenn man es nicht gerade anders benutzte. Seine Entwickler und Designer konnten sich damals nicht recht vorstellen, dass Nutzer das iPad so einsetzen wollten, aber genauso kam es. Am Anfang gab es freilich noch keine iCloud-Fotos, mit denen das heute deutlich leichter funktioniert. Die eigene iPad-Kamera kam erst später. Die Nutzer schätzten dabei unter anderem den größeren ”Sucher” des iPad-Displays.

Dass viele User iPads gegenüber Android-Tablets bevorzugen, führen die beiden unter anderem auf die sehr persönliche Art und Weise des Umgangs mit einem solchen Gerät zurück. Hier habe das iOS einfach Vorteile bei der Benutzung.

Cook gut für Aktionäre und das Unternehmen

Zu Tim Cook meinen sie, er habe ohne Zweifel eine weiterhin sehr erfolgreiche Firma vorangebracht und vor allem auch den Apple-Aktionären sowie dem gesamten Unternehmen Vorteile verschafft. Doch im Unterschied zu Steve Jobs sei sein Schwerpunkt nicht die Produktdefinition und die Produktentwicklung. Dafür habe Cook eine Passion für menschenfreundliche Aktivitäten und Spenden, was Jobs überhaupt nicht interessierte.

Neben vielen anderen Details in diesem langen Interview bemerken sie noch, was dieser Nachricht die Headline gab, dass Steve Jobs äußerte: ”Ich will dieses Gerät nutzen, um E-Mails auf der Toilette lesen zu können” und damit eine hohe Praktikabilität im Blick hatte – sodass auch etwa Zeitschriften oder gedruckte Bücher damit ersetzt werden könnten. Die beiden Designer bedauern es aber im Rückblick, dass es nicht gelungen ist, Textbücher in der Schule durch das iPad zu ersetzen, damit die Schüler nicht weiter schwere Rucksäcke mit sich herumtragen mussten.

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