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Facebook gegen Falschinformation über Impfstoffe

04.12.2020 | 09:09 Uhr | Peter Müller

Facebook will nicht mehr Fake-News-Schleuder sein und entfernt Verschwörungsmythen über Impfstoffe.

Großbritannien hat den ersten Impfstoff gegen Covid-19 per Schnellzulassung freigegeben, die Schutzmaßnahmen können beginnen. Auch in der EU stehen Zulassungen unmittelbar bevor und die ersten Impfcenter bald bereit. Und natürlich beginnen "Impfkritiker" in bösartiger und stupider Weise Falschinformationen über die Vakzine zu verbreiten. Wie der Guardian berichtet , verwehren sich Facebook und dessen Tochter Instagram aber nun gegen die Desinformationskampagnen der Verschwörungsmythiker und entfernen sie konsequent aus ihren Angeboten.

Die Londoner Zeitung zitiert einen Facebook-Sprecher: "Angesichts der jüngsten Nachricht, dass Covid-19-Impfstoffe bald weltweit eingeführt werden, werden wir in den kommenden Wochen auch damit beginnen, falsche Behauptungen über diese Impfstoffe zu entfernen, die von Experten des öffentlichen Gesundheitswesens auf Facebook und Instagram als solche entlarvt wurden." Solche Inhalte würden falsche Informationen über die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe verbreiten, etwa die plumpe Lüge, die Vakzine würden Mikrochips enthalten, um die Geimpften damit überwachen zu können. Bereits im letzten Jahr hatte Facebook Anzeigen mit Falschinformationen über Impfstoffe gesperrt.

Unsere Meinung: Facebook stellt sich immer mehr seiner Verantwortung, das ist gut so. Sich auf die Argumentation zurückzuziehen, man sei ja nur eine Plattform und müsse anders als ein Presseorgan die verbreiteten Informationen nicht verifizieren und trage für Falschbehauptungen keine Verantwortung, ist kein Weg mehr. Auch bei anderen Themen sollte sich Facebook Verantwortung tragen – und seine Nutzer besser vor Lügen, Verleumdungen und plumpen Hetzkampagnen schützen. Doch besteht das Geschäftsmodell des sozialen Netzes eben nach wie vor darin, seine Nutzer möglichst lange zu fesseln, was am besten über Emotionen geschieht, wie Empörung, Zorn und Hass. Es gibt aber auch andere Gefühle. Wie Heinrich Böll einst eine seiner Figuren in seiner Erzählung " Keine Träne um Schmeck " sagen ließ: "Liebe ist eine bessere Tinte als Hass."

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