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Facebook löscht Gruppen und Accounts der "Querdenker"-Bewegung

17.09.2021 | 13:25 Uhr | René Resch

Facebook hat mehrere Konten und Gruppen der "Querdenker"-Bewegung gelöscht - auch bestimmte Webseiten der Szene können nicht mehr verlinkt werden.

Facebook hat rund 150 Konten und Gruppen gelöscht, die der umstrittenen "Querdenker"-Bewegung zuzuordnen waren. Laut Facebook handelte es sich dabei um die erste gezielte Aktion, die sich gegen eine Gruppe richtet, die versucht, eine "koordinierte Schädigung der Gesellschaft" hervorzurufen, wie Facebook in einem offiziellen Blogpost erklärt.

Instagram- und Facebook-Accounts gelöscht

Betroffen von der Löschung sind "Querdenker" auf den Plattformen Facebook und Instagram - Accounts des Messaging-Dienstes Whatsapp, der ebenfalls zum Konzern gehöre sind ausgenommen. Unter den Gelöschten befinden sich auch Accounts des Querdenken-Gründers Michael Ballweg selbst.

Ballweg kündigte in Folge an, gegen die Löschung rechtlich vorgehen zu wollen, wie die Tagesschau berichtet. Man habe sich bereits in den vergangenen Monaten mehrfach gegen ungerechtfertigte Löschungen rechtlich zur Wehr setzen können.

Der Facebook-Sicherheitsmanager Nathaniel Gleicher warf den Querdenkern vor, in koordinierter Weise wiederholt gegen die Standards von Facebook verstoßen haben. "Hierzu zählen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt." Auch Verlinkungen zu Querdenken-Webseiten sind betroffen: "Wir haben Verlinkungen auf Domains der Querdenken-Bewegung von unserer Plattform entfernt."

Facebook: "Querdenker" sehen Gewalt als probates Mittel

Nach Facebook-Angaben nutzten Personen, die hinter den "Querdenker"-Aktivitäten standen, authentische und teils mehrere Konten, um Inhalte einzustellen und zu verbreiten, die gegen die Facebook-Gemeinschaftsstandards verstießen. Dabei ging es meist darum, die Verschwörungstheorie der „Coronadiktatur“ zu verbreiten. Dieses Narrativ stellt die COVID-19-Beschränkungen der deutschen Regierung als Teil eines groß angelegten Plans dar, um die Bürger und Bürgerinnen der Freiheiten und Grundrechte zu berauben.

Nach Facebooks Erkenntnissen erstreckten sich diese Aktivitäten über mehrere Internetdienste im gesamten Netz und stellten in der Regel auch Gewalt als probates Mittel dar, um die Maßnahmen der Regierung zur Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte im Namen der Pandemie zu kippen.

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