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Facebook will Lizenz an Pink-Floyd-Song – Roger Waters wird ausfällig

16.06.2021 | 11:40 Uhr | Peter Müller

Facebooks Instagram-Marketing-Team wollte für eine Werbung "Another Brick in the Wall (Pt. 2)" laut Cnet lizenzieren. Urheber Roger Waters lehnt brüsk ab.

"We don't need no thoght control" – Roger Waters' autobiografischer Song "Another Brick in the Wall (Pt. 2)" über gewalttätige Lehrer und eine Bildung, die vor allem auf Gehorsam und Uniformität beruht, ist gut gealtert, gewissermaßen zeitlos. Facebook – genauer das Marketing-Team für Instagram – wollte laut Cnet nun den Song für eine Werbung lizenzieren . Aber nicht mit dem Pink-Floyd-Gründer, der im Jahr 1985 die Band verließ – sechs Jahre nach dem epochalen Album "The Wall". Waters habe für seine Antwort auf die Anfrage deutliche Worte gewählt, die sich nur teilweise übersetzen lassen: "And the answer is, 'Fuck you. No fuckin' way".

Gegenüber den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird Waters im Folgenden noch deutlicher und recht ausfällig: "Ich erwähne das nur, weil dies eine heimtückische Bewegung von Facebook ist, absolut alles zu übernehmen ... Ich werde bei diesem Bullshit nicht dabei sein, Zuckerberg."

Persönlicher Angriff auf Zuckerberg

Schließlich wird Waters persönlich und erinnert an die Ursprünge von Facebook, das Zuckerberg als eine Art Bewertungsportal gründete, in der seine Kumpels und er die Attraktivität von Mitstudentinnen einschätzten: "Wie konnte dieser kleine Arsch, der damit anfing, zu sagen: 'Sie ist hübsch, wir geben ihr eine 4 von 5, sie ist hässlich, wir geben ihr eine 1', wie zum ... konnte er überhaupt Macht bekommen? Und doch ist er hier, einer der mächtigsten Idioten der Welt."

Gegenüber Cnet erklärte ein Facebook-Sprecher zurückhaltend, die Anfrage sei nicht von Zuckerberg persönlich gekommen, die Firma respektiere die Entscheidung von Musikern, ob sie ihre Werke für Werbezwecke zur Verfügung stellen oder auch nicht.

Mag der im Unfrieden von Pink Floyd geschiedene Musiker in seiner Ablehnung falscher Autoritäten, wie sie in "The Wall" manifest wurde, durchaus einen Punkt haben, hinterlässt der persönliche Angriff auf Zuckerberg aber einen schalen Beigeschmack. Waters war in den letzten Jahren zusehends als Unterstützer der BDS-Kampagne (Boycott, Divestment and Sanctions - gegen Israel) aufgefallen. Alexander Gorkow – bei der Süddeutschen Zeitung für die Seite Drei verantwortlich – hat vor gut drei Jahren ein lesenswertes und sehr kontroverses Streitgespräch mit Waters geführt, der seinerzeit mit seiner Band auf der "US+Them"-Tour war – natürlich ohne David Gilmour und Nick Mason.

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