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Falschparker: Chatbot wehrt 160.000 Strafzettel ab

29.06.2016 | 13:44 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Bereits 160.000 Strafzettel wegen Falschparkens hat der Chatbot DoNotPay abgewehrt. Automatisiert legt er Einspruch ein und begleitet den Auto-Besitzer durch das Widerspruchsverfahren.

Die Autofahrer in London und New York lieben einen Chatbot mit k├╝nstlicher Intelligenz. Er h├Ârt auf den sympathischen Namen DoNotPay. Sein Auftrag: Strafzettel wegen Falschparkens anfechten. Wer also in London oder New York einen Strafzettel wegen vermeintlichen Falschparkens hinter die Scheibenwischer geklemmt bekommt, sollte auf http://www.donotpay.co.uk/signup.php ein Webformular ausf├╝llen. Neben dem Widerstand gegen einen Strafzettel wegen Falschparkens kann man den Chatbot auch auf eine Fluggesellschaft ansetzen, wenn man eine erhebliche Flugversp├Ątung hatte.

Der erste Roboter-Rechtsanwalt der Welt
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Das Prozedere ist immer das Gleiche: Der Chatbot stellt dem Nutzer eine Reihe von Fragen zu dem Fall. Aus den Antworten ermittelt er die Erfolgsaussichten (konnte man beispielsweise das Parkverbotsschild ├╝berhaupt sehen?) und erstellt dann gegebenenfalls gleich das Schreiben f├╝r den Widerspruch. Zudem beantwortet der Chatbot auch Fragen des Antragstellers.

Chatbot fragt den Antragssteller aus.
Vergr├Â├čern Chatbot fragt den Antragssteller aus.

Grob vereinfacht verh├Ąlt sich der Chatbot also wie ein Rechtsanwalt. Weswegen der Entwickler sein Online-Tool auch als den "ersten Rechtsanwaltroboter der Welt" bezeichnet. Nur dass der Chatbot keine Rechnung stellt: DoNotPay arbeitet vollkommen kostenlos.

Laut The Guardian konnten bis jetzt 160.000 Strafzettel aus London und New York wegen Falschparkens abgewehrt werden. ├ťber vier Millionen US-Dollar Geldstrafe sollen Autofahrer dadurch in nur 21 Monaten gespart haben. Insgesamt sollen 250.000 Antr├Ąge gestellt worden sein, die Erfolgsquote von DoNotPay betr├Ągt also 64 Prozent.

Programmiert hat den Chatbot ein 19 Jahre alter Student der Universit├Ąt Standford namens Joshua Browder. Browder wurde in London geboren, kennt also die dortige angespannte Parksituation. Die Motivation f├╝r Browder: Er hatte selbst 30 Strafzettel in London aufgebrummt bekommen, als er mit 18 Jahren erstmals mit dem Auto in London unterwegs war.

Browder machte sich zunutze, dass der Beschwerdeweg gegen Strafzettel straff geregelt ist und viele Standardformulierungen enth├Ąlt. Das eignet sich bestens f├╝r den Einsatz eines Chatbots mit k├╝nstlicher Intelligenz.

Demn├Ąchst will Browder seinen Service auch f├╝r die US-Stadt Seattle anbieten. Au├čerdem soll der Chatbot HIV-Infizierten dabei helfen ihre Rechte zu wahren und bald auch Fl├╝chtlingen aus Syrien helfen.




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