2482579

Bericht: So hacken iPhone-Forensiker

22.01.2020 | 15:28 Uhr | Peter Müller

So versuchen Ermittler, in iPhones von Verdächtigen einzubrechen: Die Forensiker bezweifeln Apples Aussagen.

Apple verweigert Hintertüren in iOS , was es Ermittlern schwer macht, an GPS- oder Kommunikationsdaten zu gelangen, die bei der Aufklärung von Verbrechen helfen könnten. Das ist dem New Yorker Generalstaatsanwalt Cyrus Vance ein Dorn im Auge, der fürchtet, Verbrecher frei herumlaufen zu lassen, während Leute für Vergehen bestraft werden, die sie nicht begangen haben. Zudem bezweifelt Vance gegenüber Fast Company an, dass Apple keine Hintertüren habe: Sie würden ihm ja auch ständig Mitteilungen schicken und Updates installieren. Das Insistieren auf Privatsphäre sei für ihn vor allem eine Marketingmaßnahme, mit der sich Apple von Facebook und anderen abgrenzen wolle.

Vance gab dem Magazin einen ausführlichen Einblick in das 10 Millionen US-Dollar kostende Forensik-Labor seiner Behörde, in denen Experten versuchen, in konfiszierte iPhones (und auch Android-Smartphones) von Verdächtigen zur Beweissicherung einzudringen. Dies geschieht hinter dicken Metalltüren – damit die Eigentümer der Telefone keine Verbindung aufbauen können, um sie aus der Ferne zu löschen – mit Hilfe leistungsstarker Computer, die Brute-Force-Methoden ansetzen, also alle möglichen Codes ausprobieren.

Die Strafverfolger setzen dabei aber auch auf Social Engineering, da Apple die rasche Eingabe von vielen Codes blockiert und versuchen anhand der Persönlichkeiten der Verdächtigen das Passwort zu raten. Mit den üblichen Daten und Vorlieben: Hochzeitstag, Geburtstag, Name des Haustiers und des bevorzugten Baseballclubs. Bis zu 3000 konfiszierte Telefone untergehen den Prozeduren. Das ist manchmal auch vom Erfolg gekrönt, etwa im Fall von E’Dena Hines, Enkelin des Schauspielers Morgan Freeman. Auf dem iPhone der 33-Jährigen fanden die Ermittler ein Video, das zeigt, wie sie ihr Freund erstochen hat.

Macwelt Marktplatz

2482579