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Flandern: Videospiele kommen in den Schulunterricht

23.11.2020 | 09:52 Uhr | Thomas Hartmann

Als zweite europÀische Regierung nach Polen hat nun auch das belgische Flandern den Wert von Computerspielen als integralen Bestandteil des Schulunterrichts erkannt.

Das flĂ€mische Ministerium fĂŒr allgemeine und berufliche Bildung ist (nach Polen) das zweite europĂ€ische Ministerium, das den Wert der Integration von Videospielen in den Unterricht anerkennt, indem es die von der Arteveldehogeschool und Mediawijs entwickelte Toolbox Game.Learn.Grow in Auftrag gegeben hat. Die Toolbox dient demnach als praktischer Leitfaden sowohl fĂŒr Grundschul- als auch fĂŒr Gymnasiallehrer mit ĂŒber 30 ausgearbeiteten AktivitĂ€ten fĂŒr verschiedene Altersgruppen, darunter die Erkundung des antiken Griechenlands in " Assassin's Creed Odyssey ”, die virtuelle Nachbildung der eigenen Schule in "Minecraft" sowie UnterrichtsblĂ€tter und Hilfsmittel fĂŒr Lehrer zur Erstellung eigener Videospiel-basierter AktivitĂ€ten.

Der Sprecher des flĂ€misch-belgischen Videospiel-Verbands David Verbruggen meint dazu:  "Wir freuen uns ĂŒber die Game.Learn.Grow-Toolbox und möchten dem flĂ€mischen Ministerium fĂŒr Bildung und Ausbildung, der Arteveldehogeschool und Mediawijs dafĂŒr danken, dass sie dies möglich machen. Wir hoffen, dass die Tools zu einer sich stĂ€ndig erweiternden Datenbank mit qualitativ hochwertigen, Spiel-basierten Inhalten fĂŒhren, die beweisen, dass Spiele nachhaltig ins Klassenzimmer gehören.”

Computerspiele können dazu beitragen, das Interesse an den sogenannten MINT-FĂ€chern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu fördern, SchĂŒler mit digitalen FĂ€higkeiten auszustatten, das Engagement und die Lernergebnisse der SchĂŒler zu steigern sowie Teambildung, Problemlösung und geistige Beweglichkeit zu entwickeln, ist CEO Simon Little von ISFE (Europas Videospiel-Industrie) ĂŒberzeugt. Ein entsprechendes englischsprachiges Handbuch fĂŒr den Schulunterricht mit BegrĂŒndungen und HintergrĂŒnden sowie Anleitungen findet man hier (PDF) .

Die flĂ€mische Regierung hat zudem einen Fond in Höhe von 100.000 Euro zur UnterstĂŒtzung des flĂ€mischen Videospiele-Sektors wĂ€hrend der Pandemie angekĂŒndigt. Einerseits sind die VerkĂ€ufe der bereits auf dem Markt befindlichen Computerspiele wĂ€hrend des Lockdowns sprunghaft gestiegen. Andererseits wurden Unternehmen mit noch in der Entwicklung befindlichen Spielen durch Home-Office, erkrankte Mitarbeitende und stark verzögerte MarkteinfĂŒhrungen im Erfolg beeintrĂ€chtigt. Der flĂ€mische Medienminister Benjamin Dalle verwies in diesem Zusammenhang auch auf den florierenden und innovativen Spielesektor in Flandern sowie die Bedeutung von Investitionen in die ansĂ€ssigen Videospielunternehmen.

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