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Flash auf dem iPhone, iMessages für Android – Apple verteidigt sich

28.04.2021 | 13:23 Uhr | Peter Müller

Apple bereitet sich auf den von Epic Games angestrengten Prozess über sein angebliches Monopol vor. Dabei tauchen aus den Tiefen der Unternehmensgeschichte sehr interessante Geschichten auf.

Ab Anfang Mai streitet sich Apple mit Epic Games vor Gericht. Der Vorwurf: Apple würde seine Marktposition wettbewerbswidrig ausnützen, Konkurrenten an den Rand drängen und so seine eigenen Apps und Services stärken. Hinzu kämen überzogene Gebühren für den Softwarevertrieb. Apple verteidigt diese Gebühren von 30 respektive 15 Prozent des Umsatzes als angemessen und sieht die Sicherheit der Plattform gefährdet, gäbe es für iPhone und iPad noch andere Stores, die nicht unter strenge Kontrolle hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz fielen.

In Vorbereitung des Prozesses hat Apple nun die Aussagen ehemaliger und aktueller Spitzenmanager zu Protokoll gegeben, die zeigen sollen, dass an den Vorwürfen der Abschottung nichts dran sei – und Apple in vielen Marktsegmenten weit von einer dominanten Position entfernt ist.

Gedanken über Flash

Flash, die einst weit verbreitete Multimediasoftware für alle Plattformen, ist tot. Mit zum Ableben hat der Erfolg des iPhones beigetragen und der offene Brief von Steve Jobs aus dem Jahr 2010 " Gedanken über Flash "; in dem er ausführlich begründet, warum die Software für mobile Systeme nicht geeignet ist. Wie in der Anhörung des ehemaligen Softwarechefs Apples Scott Forstall herauskam, war Apple jedoch bemüht, zusammen mit Adobe Flash auf das iPhone zu bringen. Die Entwicklung scheiterte aber, Flash erwies sich als nicht geeignet für die schlanke und energieeffiziente Struktur von iOS. Die Leistungsfähigkeit von Flash auf dem iPhone sei unter allen Erwartungen geblieben. Zudem setze sich Flash wie ein Virus tief in ein System fest, das sei auch unter Windows und auf dem Mac ein Problem. Wann genau diese Kooperation stattgefunden hat, geht aus dem Protokoll nicht hervor. Apple will damit darlegen, dass es sehr wohl an Cross-Plattform-Lösungen interessiert sei und mit Dritten kooperiere. Wenn dann aber keine tragfähige Lösung gefunden werden könne, welche die Anwender zufriedenstellt, muss man eben auf Flash und anderes verzichten.

Weit von der Spitze entfernt

Interessant ist auch die Aussage von Eddy Cue , Apples Senior Vice President Internet Software and Services. Demnach habe er im April 2013 vorgeschlagen, iMessages (Nachrichten) auch auf Android zu bringen, ein Team erforsche derzeit die Möglichkeiten. Cue sei letztlich von anderen Apple-Führungskräften überstimmt worden, etwa Software-Chef Craig Federighi und Marketing-Vorstand Phil Schiller. Federighi habe dabei die Befürchtung geäußert, iMessage auf Android würde ein Hindernis entfernen, dass iPhone-Familien ihren Kindern Android-Smartphones geben, Cue sah das nicht so eng. Es hätte aber an einer Strategie gefehlt, iMessage zum führenden Messenger-Dienst auszubauen, was heute zweifelsfrei Whatsapp ist.

Indes ist heute klar, dass Apple iMessages nie auf Android bringen wird, es bleibt ein Produkt des Apple-Ökosystems, hält dort aber viel zusammen.

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