1041115

Flash-Speicher - Zukunft der Notebooks

26.10.2010 | 07:42 Uhr |

Das Macbook Air weise mit seinen 64 GB oder 128 GB Flash-Speicher in die Zukunft der Notebooks, hatte Steve Jobs letzten Mittwoch auf dem Event "Back to the Mac" erklärt.

Toshiba 128 GB Flash-Speicher
Vergrößern Toshiba 128 GB Flash-Speicher

Analysten bestätigen die Ansage des Apple-Chefs und rechnen damit, dass NAND-Speicher immer mehr magnetische Festplatten verdrängen wird. Nachdem dies schon seit Jahren mit MP3-Playern passiert - 2005 hatte etwa der Flash-basierte iPod Nano den iPod Mini mit Festplatte verdrängt - werde das nun auch mit Notebooks geschehen. Eine stark angestiegene Produktion nach zunehmender Nachfrage haben die Preise gedrückt: "Flash ist an den Punkt gelangt, wo es kosteneffektiv ist," meint daher Jim McGregor, Chief Technology Strategist der Marktforscher von In-Stat. SSDs mit hohen Kapazitäten seien zwar noch um Größenordnungen teurer als vergleichbare Festplatten, doch NAND-Speicher mit 64 GB kosten nur noch um die 100 US-Dollar und erfüllen die Zwecke der meisten Anwender.

Immer mehr Daten würden Verbraucher im Internet speichern und benötigten so keine großen Speicherkapazitäten auf ihren mobilen Geräten. "Obwohl die Inhalte exponential explodieren - eine große Menge davon ist nicht auf Fetplatten gespeichert," erklärt McGregor. Man komme nun zu einem Punkt, an dem SSD speziell auf Notebooks sinnvoll werde. Als Beispiel führt McGregor just ein Gerät von Apple an: Die neue Apple TV verzichtet auch auf einen großen Speicher und bezieht ihre Inhalte per Streaming aus dem Internet.

Im Durchschnitt ist der Preis für NAND-Speicher im letzten Jahr um 40 Prozent gefallen und beträgt nun 1,20 US-Dollar pro Gigabyte. Jim Handy, Analyst bei Objective Analysis, rechnet mit einem weiteren Preisverfall. In der zweiten Jahreshälfte 2011 werden die im Jahr 2009 in die Produktion getätigten Investitionen zu einem Überangebot von Speicherchips führen. In einem Jahr werde der Preis pro Gigabyte etwa 50 Cent betragen, prognostiziert Handy. Klassische Festplatten würden dann aber 5 Cent pro Gigabyte kosten. Dennoch werde die Industrie dem Beispiel Apples folgen und mehr die Leistungsfähigkeit der Chips betonen als ihre Kapazität. Bei Prozessoren sei dies in den letzten Jahren gelungen, weg vom Gigahertz-Rennen hin zu Aussagen etwa über Leistung und Stromverbrauch. Das hätten SSD-hersteller wie Toshiba und Samsung in der jüngsten Vergangenheit zwar auch versucht, seien aber daran gescheitert, potentiellen Käufern die Vorteile von SSDs zu erläutern. "Sie sind gescheitert, aber sie haben nicht die Durchschlagskraft eines Steve Jobs. Steve Jobs kann dem Markt sagen, wohin er gehen soll, und dem folgt ich dann," zeigt sich Handy zuversichtlich.

Noch beträgt das Marktvolumen für SSDs im Vergleich zu den 20 Milliarden US-Dollar des Festplattenmarktes spärliche 300 Millionen US-Dollar, im kommenden Jahr werde sich da Volumen aber verdoppeln, glaubt Rajesh Ghai von Think Equity. Gerade Unternehmen würden verstärkt auf NAND-Speicher setzen, die führenden Hersteller für Business-Festplatten Seagate, Western Digiatl, Hitachi und Toshiba werden Kannibalisationseffekte zu spüren bekommen.

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

1041115