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Forscher ernten elektrische Energie aus dem WLAN

21.05.2021 | 09:45 Uhr | Peter Müller

Klingt nach Upcycling von ungenutzten elektromagnetischen Wellen, dient aber vor allem der Forschung an Nanomagneten.

Die elektromagnetischen Wellen, die der Router aussendet, sind zwar aufgrund ihrer geringen Leistung nicht schädlich – aber wenn kein Endgerät da ist, um Daten über diese Wellen zu empfangen, sind sie reichlich überflüssig.  Forschenden aus Singapur und Japan ist es laut Spektrum der Wissenschaft nun aber gelungen, aus den Wellen eines WiFi-Routers elektrischen Strom zu "ernten".

Dazu hatten sie Spin-Torque-Oszillatoren (STO) eingesetzt, im Prinzip Nanomagnete, die mit dem Wechselfeld mitschwingen und daraus einen Stromfluss erzeugen. Die Ausbeute ist aber recht gering, innerhalb von fünf Sekunden wird im Versuch ein Kondensator aufgeladen, der über eine Minute lang eine 1,6-Volt-LED mit Strom versorgt.

Die Forschung hat nicht das Ziel, elektrische Energie zurückzugewinnen, etwa in der Art und Weise, wie beim Bremsen von Sportwagen ein Teil der kinetischen Energie zu elektrischer werden kann (Kinetic Energy Regaining System – KERS). Stattdessen gilt die Forschung dem besseren Verständnis der Eigenschaften von STOs, die sich zum Versenden und Empfangen von Strahlung im Mikrowellenbereich eignen, also jenen Frequenzen des 2,4 Gigahertz-Bandes, in dem WLAN-Geräte funken. Erreicht werden soll eine Anordnung mit möglichst wenig Rauschen auf dem Wellenband.

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