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Forscher finden Zusammenhang zwischen Fast Radio Burst und Magnetar

05.11.2020 | 12:02 Uhr | Peter Müller

Fast Radio Bursts sind bisher nicht hinlänglich erklärte starke Ausbrüche von Radiowellen. Das Experiment Chime hat nun wichtige Hinweise gefunden.

Fast Radio Bursts (FRB) – schnelle Radioausbrüche – sind meist nur wenige Sekunden andauernde "Blitze" mit Frequenzen im Radiobereich, die sich scheinbar zufällig am Himmel ereignen und deren Ursache nicht geklärt ist. Erst im Juni dieses Jahres hatte eine Gruppe von Astronomen, die am Experiment CHIME/FRB (Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment Fast Radio Burst Project) arbeiten, periodische FRBs entdeckt , die also nicht aus einer Sternenzerstörung oder dergleichen stammen. Der Verdacht lag nahe, dass Neutronenstelle mit extrem starken Magnetfeld, Magnetare, die Ursache sein könnten. Ein Neutronenstern ist ein in sich zusammengestürzter Stern, der nach dem Ende des Heliumbrennens mit dem daraus resultierenden Strahlungsdruck nicht mehr seiner eigenen Gravitation standhalten kann – die Elektronen der Atomhüllen stürzen gewissermaßen in die Kerne und vereinigen sich mit den darin enthaltenen Protonen zu Neutronen. 

Der direkte Nachweis, dass FRBs von schnell rotierenden Neutronensternen mit starken Magnetfeldern stammen können, ist nun laut einer Veröffentlichung in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature einer anderen Forschergruppe am CHIME in Zusammenarbeit mit dem Experiment STARE2 in den USA gelungen. Als Quelle haben sie ein Magnetar in der näheren kosmischen Nachbarschaft ausgemacht, das gerade einmal 30.000 Lichtjahre entfernt ist. Die Feldstärke der Ausbrüche im Radiowellenbereich sind aber um die 1000 mal schwächer als die der stärksten FRBs von außerhalb der Galaxis, dennoch stark genug, dass sie LTE-Provider mit ihren Antennen hätten aufspüren können, obwohl die Blitze durch die halbe Milchstraße unterwegs waren.

Die Gruppe konnte zudem zwar andere vom Magnetar ausgehende Blitze im Röntgen- und Gammabereich detektieren, aber keinen konkreten Zusammenhang mit den FRBs des Neutronensterns herstellen. Doch sind um die 30 weitere Magnetare bekannt, die sich nun näher untersuchen lassen.

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