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Forscher widerlegen Filterblasen bei Google, Facebook

05.02.2020 | 09:10 Uhr | Thomas Hartmann

Von wegen ”Filterblasen”, nach denen wir im Internet nur noch lesen, was unserer Meinung entspricht. Forscher aus Mainz, Köln und Hohenheim haben das Gegenteil festgestellt.

Die Wissenschaftler haben fĂŒr ihre Studie gut 5000 deutsche Teilnehmer nach ihrem Internet-Surfverhalten befragt, schreibt die FAZ . Die Wissenschaftler haben die Entwicklung zwischen 2012 und 2018 verglichen. Als Ergebnis kam heraus, dass diese Surfer oft und zufĂ€llig auf Nachrichten stoßen, die nicht unbedingt ihrer traditionellen Meinung entsprechen. So etwa, wenn Netzfreunde wie bei Facebook Inhalte teilen oder sie durch das Abrufen von Mails auf interessante Artikel stoßen.

Die Vielfalt dieser Inhalte sei sehr groß. Gedacht wird dabei etwa an Google und andere Suchmaschinen, aber auch Facebook und Twitter mit der Verbreitung von Nachrichten durch unterschiedliche Anbieter oder Nutzer. Vor allem Twitter hat offenbar positive Effekte auf Konsum und Vielfalt der gelesenen Nachrichten: Die Twitter-Nutzer lesen mehr, dazu ist die Wahrscheinlichkeit grĂ¶ĂŸer, dass man in eigener Timeline die Inhalte außerhalb eigenes Interessenkreises sieht. Im Gegensatz dazu sind traditionelle Nachrichteninhalte wie zu Hause am Fernsehen oder mit der Zeitung gezielter ausgewĂ€hlt respektive von den Redaktionen zusammengestellt. Im Internet dagegen begegnet man oft ohne bewusst zu suchen unterschiedlichen Artikeln, News und Inhalten, die durchaus kontrĂ€r zu den eigenen gewohnten Ansichten liegen können und dadurch die Meinungsvielfalt potenziell verbreitern.

Die befragten Probanden waren zwischen 14 und 65 Jahren alt und stimmten einem Tracking ihrer Webbrowser auf Desktop-Computern und/oder Smartphones durch eine spezielle Software zu, die sich temporĂ€r aber auch abschalten ließ. Die Daten vom November 2012 stammen aus einer grĂ¶ĂŸer angelegten Studie, damals haben daran 2970 Personen teilgenommen. Im Dezember 2018 haben an der vergleichbaren Messung 2035 Personen teilgenommen. Die ausfĂŒhrliche Studie findet sich in englischer Sprache in diesem Artikel der National Academy of Science in den USA.

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