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Foxconn-Mitarbeiter verkaufen wohl defekte iPhone-Teile

19.12.2019 | 17:16 Uhr | Halyna Kubiv

Anscheinend wurden aus einer Foxconn-Fabrik aussortierte iPhone-Teile verkauft und als Original-Teile vertrieben.

GegenĂŒber der chinesischen Zeitung " Mirrormedia " hat ein Wistleblower ĂŒber ein GeschĂ€ftsmodell mit ausrangierten iPhone-Teilen berichtet. Anscheinend war er Jahre lang mit einer Gruppe von Menschen involviert, bei den Zulieferern oder direkt in einer der Foxconn-Fabriken ausrangierte iPhone-Teile zu kaufen und diese dann als neu und original wieder zu verkaufen. Nach seinen eigenen Angaben hat die Geschichte bereits bei der Herstellung von iPhone 4S angefangen. Damals hatten sie aber keine direkten Kontakte zu Foxconn, sondern nur zu Drittfirmen. Seit ein paar Jahren besteht aber Kontakt direkt in eine Fabrik.

Laut "Mirrormedia" hat Wistleblower mehrere Fotos und Videos aus den RĂ€umlichkeiten von Foxconn gezeigt, auch einige der angeblich ausrangierten Teile hat er mit dabei gehabt. Demnach ist die RĂŒckseite beispielsweise von iPhone XR am profitabelsten. In einer Foxconn-Fabrik werden pro Tag rund 500.000 iPhones gefertigt, die Ausrangierquote beim iPhone XR betrĂ€gt 7 Prozent . Heißt, pro Tag können 35 000 RĂŒckseiten fĂŒr Recycling anfallen. Ein Kontakt aus der Fabrik fĂ€hrt die beschĂ€digten Bestandteile nicht mehr zur Recycling-Firma, sondern direkt zu den WiederverkĂ€ufern. Diese wiederum haben die Teile aufbereitet und weiter auf dem Markt verkauft, die Marge sei sehr hoch : Ein Teil koste 450 Yuan, Wiederaufbereitung nochmals 150 Yuan, ein angeblich "neues" iPhone-Teil dann 1000 Yuan. Die Quelle von "Mirrormedia" geht so weit zu behauten, dass die meisten Kratzer absichtlich entstanden sind. Die Mitarbeiter auf dem Produktionsband wissen anscheinend um den Verkaufskanal.

Pressesprecherin von Foxconn hat die Geschichte nicht direkt bestĂ€tigt. GegenĂŒber der Zeitung CNA hat sie jedoch bestĂ€tigt, dass man um die Berichte von "Mirrormedia" wisse und eine interne Untersuchung bereits eingeleitet wurde. Auch Apple ist anscheinend dabei eigene Untersuchung der Berichte zu starten. Nach vorsichtigen EinschĂ€tzungen ist dem Unternehmen ein Schaden von drei Milliarden USD entstanden.

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