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Foxconn: iPhones für die USA auch außerhalb von China produzierbar

11.06.2019 | 14:54 Uhr | Thomas Hartmann

Um den Handelskrieg zu umgehen, könnte Foxconn iPhones für den US-Markt auch in Indien oder sogar in den USA herstellen.

Die iPhones für den US-Markt werden derzeit durch Foxconn (eigentlich Hon Hai, ein taiwanesischer Elektronikkonzern) produziert. Durch den Handelskrieg zwischen den USA und China, bei dem Strafzölle auf Importe in Richtung Nordamerika bis zu 25 Prozent betragen können, werden auch Apple-Produkte in der Heimat teurer. Schon jetzt wird Apple-Zubehör mit diesem hohen Strafzoll belegt, wenn dieses von China in die USA eingeführt wird.

Apple kompensiere diesen Aufschlag bisher, um ihn nicht an die Kunden weiterreichen zu müssen. In dem Bericht von 9to5Mac heißt es im Anschluss an Bloomberg, dass ein hoher Manager von Foxconn versicherte, man könne die meisten der Smartphones auch außerhalb des chinesischen Hoheitsgebietes herstellen. Demnach sei es möglich, wenn die Umstände härter würden und es erforderten, mit ausreichenden Kapazitäten außerhalb von China reagieren – 25 Prozent der Produktionskapazitäten liegen sogar jetzt schon außerhalb Chinas, meinte der Manager während eines Meetings mit Investoren. So gibt es in Indien bereits eine Produktionsstätte, die bislang vornehmlich für den indischen iPhone-Markt vorgesehen ist, um dortige Importzölle zu umgehen. Doch dies ließe sich auch leicht ausweiten, um US-iPhones herzustellen. Außerdem hat der taiwanesische Konzern bereits vor zwei Jahren in Wisconsin in den USA eine Basis aufgebaut und könne auch dort schnell und nahtlos beginnen, die iPhones im Heimatland des Herstellers aus Cupertino zu produzieren, falls diese tatsächlich durch 25 Prozent Strafzoll entweder im Preis oder in der Gewinnspanne für Apple oder von beidem betroffen wären.

Freilich könne man damit nicht den Boykott mancher chinesischen Konsumenten umgehen, die aufgrund der US-Politik schon jetzt keine iPhones mehr kaufen – hier droht weiterhin Gefahr für den Umsatz der Apple-Smartphones. Allerdings hält Apple-Chef Tim Cook es für unwahrscheinlich, dass China direkte Maßnahmen gegen Apple ergreife.

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