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Foxconn investiert eine Milliarde in iPhone-Fabrik in Indien

13.07.2020 | 14:50 Uhr |

Apples größter Zulieferer Foxconn investiert eine Milliarde US-Dollar in den Ausbau einer Fabrik in Indien. Dort sollen iPhones hergestellt werden.

Der Apple-Zulieferer und iPhone-Hersteller Foxconn plant den Ausbau einer Fabrik in Indien mit einem Investitionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar. Das berichtet Reuters unter Berufung auf zwei Quellen. Demnach setze sich Apple bei den Zulieferern und Herstellern dafür ein, die Produktion aus China heraus zu verlegen.

Foxconn unterhält bereits eine Fabrik westlich der indischen Stadt Chennai, in der das iPhone XR hergestellt wird . Diese Einrichtung soll innerhalb der nächsten drei Jahre ausgebaut werden. Laut den Quellen sollen dort in Zukunft auch andere iPhone-Modelle hergestellt werden. Durch den Ausbau sollen 6.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Apple arbeitet schon seit einiger Zeit daran, die fast ausschließlich in China stattfindende Produktion der eigenen Geräte in andere Länder, vornehmlich Indien, zu verlegen. Ein Faktor dürfte sicher der Konflikt zwischen China und der US-Regierung unter Präsident Donald Trump sein. Trump verlangt seit seinem Amtsantritt, dass amerikanische Unternehmen ihre Produkte auch in den USA herstellen. Immer wieder hat er Strafzölle auf Produkte erlassen, die in China hergestellt werden. Da jedoch Arbeitskräfte in den Vereinigten Staaten deutlich teurer sind als in Asien, verlegen viele Unternehmen ihre Produktion einfach aus China in andere Länder wie Indien. Außerdem steigen die Lohnkosten auch in China in den letzten Jahren, in Indien lässt sich oft günstiger produzieren.

Foxconn und Apple sind in großem Maße aufeinander angewiesen, Foxconn ist Apples größter Zulieferer, Apple Foxconns größter Kunde. Vom Ausbau der Produktion in Indien und der einhergehenden günstigeren Produktion profitieren am Ende beide.

Außerdem ist Indien für Apple ein interessanter Markt, es ist eines der Länder, in denen das iPhone noch kaum Marktanteil aufweist. Das liegt vor allem am niedrigen Durchschnittseinkommen in Indien, ein Premium-Smartphone wie das iPhone 11 kostet für die meisten Inder ein halbes Jahreseinkommen. Durch die Produktion in Indien spart Apple Importgebühren und kann somit günstigere Preise anbieten.

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