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Für 2030: Apple patentiert Löschen boshafter Avatare

10.11.2021 | 15:30 Uhr | Halyna Kubiv

Dass virtuelle Avatare miteinander im gleichen (virtuellen) Setting kommunizieren können, klingt nach ferner Zukunft, doch Apple denkt noch weiter.

Vor wenigen Tagen ist beim US-Amerikanischen Patentamt ein Patent von Apple aufgetaucht, das sich auf den Seiten eines veritablen Science-Fiction-Buches gut machen würde. Darin beschreiben die Erfinder die Steuerung von mehreren Avataren in virtuellen Situationen. Vor allem geht es den Erfindern darum, wie man die sozialen Grenzen der menschlichen Kommunikation auch im virtuellen Raum bewahren kann, einfacher, wie kann man virtuelle Störenfriede vermeiden.

Fast wie im richtigen Leben

Apples Antwort ist einfach: Man setze auf eine Sammlung von Regeln, die vereinfacht die sozialen Interaktionen auch im realen Leben abbilden: Jeder Mensch, pardon Avatar, hat eine bestimmte persönliche Grenze im virtuellen Raum. Diese Grenze dürfen andere Menschen, pardon Avatare, nicht überschreiten, es sei denn, es gibt dafür wichtige Gründe: Die beiden Avatare sind durch vergangene soziale Interaktionen miteinander vertraut, bei den Menschen würde mal sagen, sie sind gute Bekannte oder gar Freunde. In einem anderen Fall rechtfertigt konkrete virtuelle Situation einen engen Kontakt zwischen unbekannten Avataren, Apple nennt hier als Beispiel ein Box-Training in einem Studio: Die beiden Schüler könnten einander nicht kennen, trainieren jedoch im Sparring beim gleichen Trainer. 

Wenn aber ein Avatar dauerhaft andere stört, ohne gewichtige Gründe dafür zu haben, hat sich Apple mehrere Methoden dagegen überlegt. Beim Überschreiten einer gewissen akustischen Grenze bei den Unterhaltungen, schlicht, wenn die Avatare einander anschreien, kann die Lautstärke von den übertragenden Systemen automatisch angepasst werden. In extremen Fällen wird ein Avatar einfach stumm geschaltet. 

Grenzen im virtuellen Raum

Bei dem Fall, wenn ein Avatar die persönlichen Grenzen von anderen kontinuierlich überschreitet und durch anderen Avatare einfach durchspaziert, wird das System den Störenfried für andere als blinkend, durchsichtig oder verkleinert dargestellt. Für den Störenfried selbst ändert sich die Darstellung der anderen nicht, er wird sich weiterhin in Glauben wähnen, durch die anderen durchzugehen und so sie zu ärgern. In Extremfällen, wenn der Störenfried die sozialen Grenzen nicht akzeptiert, kann er im virtuellen Raum komplett unsichtbar werden, wird quasi aus der virtuellen Realität gelöscht. 

Ob die Erfindung aus diesem Patent jemals Wirklichkeit wird, ist unbekannt. Der Text erklärt aber anschaulich, wie Apple die Entwicklung in Richtung Augmented Reality, Virtual Reality und anderer konstruierten Realitäten sieht. Am Anfang des Patents sind zudem die populären Begrifflichkeiten wie SR (Simulated Reality), VR, AR, MR etc beschrieben und wie sie sich voneinander unterscheiden. 

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