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GPL vor Gericht anerkannt

26.07.2004 | 15:23 Uhr |

Der Entwickler der unter der GPL (Gnu Public License) stehenden Software 'netfilter/iptables' Harald Welte hat mit seiner Anfang des Jahres gegen den Router-Hersteller Sitecom eingereichten Klage Recht bekommen.

Dieser hatte Weltes Software in seine Router integriert und weigerte sich, den Quellcode der Router-Firmware herauszugeben, wie es laut GPL verpflichtend gewesen wÀre.

Die GPL ist die Lizenz, unter der Linux und ein großer Teil der Opensource-Projekte stehen. Opensource-Papst Richard Stallman rief das GNU-Projekt und die dazu passende Lizenz Anfang der 80er Jahre ins Leben. Das Ziel des GNU-Projekts ist es, einen Gegenpol zu proprietĂ€rer interoperabilitĂ€tsfeindlicher Software zu bilden und gemeinsam an einem immer grĂ¶ĂŸer werdenden Softwarepool zum Wohle aller zu arbeiten. Dies wollen die GPL-AnhĂ€nger dadurch erreichen dass jeder sich am offenen Quellcode umsonst bedienen darf, im Gegenzug allerdings auch die daraus folgende Entwicklung wieder der Allgemeinheit zur VerfĂŒgung stellen muss.

Im April erwirkte Welte vor Gericht eine einstweilige VerfĂŒgung, im Mai fĂ€llte das Landgericht MĂŒnchen das Urteil: Sitecom habe gegen die GPL verstoßen.
Seit Freitag steht nun die schriftliche UrteilsbegrĂŒndung zum Download bereit, in der man den Standpunkt des Gerichtes klar nachlesen kann.
Das LG MĂŒnchen erkennt die GPL, deren BestĂ€ndigkeit vor Gericht zuvor desöfteren angezweifelt wurde als voll rechtskrĂ€ftig an, und zwar im Sinne von Allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen (AGBs), die Sitecom verletzt habe. Die GPL stelle trotz ihrer Offenheit keinesfalls einen Verzicht auf Urheberrechte dar.

Obwohl das Urteil nur in Deutschland GĂŒltigkeit hat könnte es Symbolwirkung haben und dazu fĂŒhren, dass sich Opensource-Entwickler zukĂŒnftig gegen kommerzielle nicht-GPL-konforme Nutzung ihrer Quellcodes deutlich besser zur Wehr setzen können.

Welte hat Sitecom inzwischen auf 10.000 Euro Ordnungsgeld verklagt, da er einen weiteren Sitecom-Router mit seiner Software entdeckt hat.

Info Schriftliche UrteilsbegrĂŒndung des LG MĂŒnchen

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