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Galaxy S10 und was es für das iPhone bedeutet

20.02.2019 | 11:12 Uhr | Peter Müller

Samsung stellt heute Abend sein neues Flaggschiff vor - und stellt Apple damit womöglich vor Aufgaben.

Heute geht es los, die Karten könnten neu gemischt werden. In San Francisco stellt Samsung das Galaxy S10 und S10+ vor, vielleicht auch noch sein faltbares Smartphone. Während letzteres derzeit eine eher überschaubare Gefahr für Apples Geschäfte sein dürfte, könnte sich das Galaxy S10 als ernsthafter Konkurrent erweisen. Apple hat derzeit eine Absatzdelle im Smartphone-Markt, das ist nicht zu übersehen. Die Gründe sind jedoch vielschichtig, und was die Flaute in China betrifft, geht es Samsung nicht viel besser. Auch werden die Koreaner mit dem neuen Modell eingestehen müssen, dass der Markt größtenteils gesättigt und das Produkt Smartphone recht ausgereift ist - die Innovationen könnten recht spärlich ausfallen. Das wird im Herbst, wenn Apple mit dem iPhone 11 oder wie immer es heißen wird, nachzieht, auch nicht viel anders sein.

Bei der Chip- und Sensoren-Entwicklung ist immer noch ein wenig Luft nach oben. Mit dem A12 hat Apple schon jetzt einen Prozessor in das iPhone eingebaut, mit dem sich die Recheneinheit des S10 eher nicht wird messen können. Der Prozessor ist aber letztlich nicht entscheidend, es sind die Bedienbarkeit, die Sicherheit und vor allem die Zuverlässigkeit von Technologien wie der Gesichtserkennung.

Gespannt sein darf man auch, welche Kompromisse das S10 hinsichtlich des rahmenlosen Designs eingehen wird. Komplett ohne einen Rand oder eine Kerbe kommt man wohl noch nicht aus, will man eine Frontkamera mit Raumvermessung einbauen. Apple hat angeblich bei einem Zulieferer die Option, ein System zu bekommen, das durch das Displayglas hindurch fotografieren könnte, die Notch wäre dann überflüssig.

Wie ein im norwegischen Fernsehen wohl versehentlich  zu früh ausgestrahlter Werbespot vermuten lässt, setzt Samsung auf eine andere Lösung. In der rechten oberen Ecke des Screens sei ein kleines Loch zu erkennen, hinter dem die Kamera sich verbirgt, beim S10+ ist das Loch ein wenig in die Länge gezogen. Allein auf Gesichtserkennung wird sich das Smartphone aber nicht verlassen, so konsequent wie Apple ist Samsung offenbar nicht. Dafür haben die Koreaner eine Lösung für den Fingerabdrucksensor gefunden, der über den gesamten Bildschirm funktionieren soll. Und das Galaxy S10 soll zudem drahtlos Zubehör wie Kopfhörer aufladen können - es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass Apple im Herbst mit dieser Funktion nachzieht.

Aller Voraussicht nach wird Samsung heute Abend auch neue Details zu seinem klappbaren Smartphone nennen. Etwa den Namen Galaxy Fold und vor allem auch Preis und Verfügbarkeit. Billig wird das Gerät gewiss nicht und ob es schon in wenigen Wochen in den Läden liegen wird, lässt sich bezweifeln. Letztlich ist noch völlig offen, ob sich das Konzept durchsetzen wird. Angeblich arbeiten aber auch andere Hersteller an klappbaren Smartphones, selbst Apple hat sich Patente für die Technologie gesichert. Von dieser Patentschrift ausgehend hat sich der niederländische Blog LetsGoDigital zu Renderings inspirieren lassen, wie ein klappbares iPhone aussehen könnte .  Apple ist in seiner Patentbeschreibung noch völlig offen, klappbare Handsets könnten einen oder zwei Bildschirme aufweisen, nach außen oder nach innen klappen. Ob es ein iPhone Fold je geben wird, ist völlig ungewiss.

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