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Gefahr für Apple? Facebook plant eigene Smartwatch für 2022

15.02.2021 | 16:05 Uhr |

Die neuesten Zahlen belegen: Apple dominiert den Smartwatch-Markt. Wer hier als neuer Player einsteigen will, braucht vor allem zwei Dinge: Reichweite und Innovation. Bringt Facebook beides mit, damit Zuckerbergs smarte Uhr eine Gefahr für die Apple Watch wird?

Auch wenn seitens Apple niemand die aktuellen Zahlen bestätigt hat: Anhand aktueller Schätzungen kann man davon ausgehen, dass Apple bereits im Dezember 2020 die Marke von 100 Millionen verkauften Apple-Watch-Modellen überschritten hat. Allein im letzten Jahr habe Apple über die Apple Watch knapp 30 Millionen Neukunden gewinnen können. Nicht zu vergessen sind andere Unternehmen auf dem Smartwatch-Markt, wie etwa Samsung oder Huawei, genauso wie Fitbit, die mit einer breiten Auswahl an Fitness-Tracker erfolgreich sind.

Wer als neuer Player auf dem Smartwatch-Markt erfolgreich sein und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen will, braucht daher vor allem zwei Dinge: Reichweite und Innovation. Facebook bringt zumindest eines davon mit.

Facebooks neue Smartwatch hat Potenzial,...

Wie "The Information" unter Berufung auf geheime Quellen berichtet, plant Facebook bereits 2022 eine eigene Smartwatch auf den Markt zu bringen. Damit würde das Unternehmen sein Hardware-Angebot vergrößern, schließlich bietet der Social-Media-Riese bereits ein eigenes VR-Headset von Oculus – eine AR-Brille ist mit Project Aria seit Herbst in Arbeit – sowie TV-Smart-Devices wie den Portal TV, Portal, Portal+ und Portal Mini an.

Facebook betreibt bereits eine Reihe an Hardware-Produkten.
Vergrößern Facebook betreibt bereits eine Reihe an Hardware-Produkten.
© Facebook

Laut "The Information" soll die Facebook-Uhr Nachrichtenaustausch per Facebook sowie Fitness- und Gesundheits-Funktionen bieten. So sollen etwa Verbindungen zu vernetzten Fitness-Geräten, wie etwa dem Peloton-Fitnessrad, möglich sein. Darüber hinaus kann man sich mit Facebook-Freunden über Facebook in Fitness-Wettbewerben messen.

Der Clou an der Sache: Das Koppeln mit Smartphones sei nicht notwendig, damit die Uhr funktioniert. Stattdessen soll die Facebook-Smartwatch über eine eigene Mobilfunkverbindung laufen.

Angeblich arbeitet Facebook derzeit an einem eigenen Betriebssystem, welches zu einem späteren Zeitpunkt auch auf der Uhr laufen könnte. Bis dahin soll jedoch Android zum Einsatz kommen. Ob es sich dabei um "Wear OS" handelt, ist derzeit noch nicht bekannt. Damit könnte Facebook auch die Datenschutz-Maßnahmen von Apples Tracking-Opt-in umgehen.

... aber!

Mit 1,9 Milliarden aktiven Nutzern weltweit bringt Facebook eine Reichweite mit, die hervorragend als Absatzmarkt für eine Smartwatch dient. Aber wollen die Nutzer wirklich eine Facebook-Smartwatch haben? Der bekannte Apple-Leaker Jon Prosser kommentiert die Nachricht rund um die Facebook-Watch wie folgt:

Als eine von einem Smartphone unabhängige Smartwatch mit Messenger- und Fitness-Funktion, spricht sie bestimmt viele Nutzer an. Aufgrund der potenziellen Reichweite vielleicht sogar mehr Nutzer, als es Apple gelingt. Was jedoch bisher über die Facebook-Uhr bekannt ist, klingt aber nicht danach, als ob Facebook einen überzeugenden Unique Selling Point hat. Ja, die Facebook-Uhr hat Potenzial, aber allein die Reichweite ist kein ausschlaggebendes Kriterium dafür, dass die Uhr auch erfolgreich im Verkauf ist. Das beste Beispiel dafür sind die verschiedenen Portal TV-Smart-Devices. Diese verkauften sich nicht sonderlich gut, erst mit dem Beginn der ersten Corona-Lockdowns gingen die Verkaufszahlen hoch. Für Facebook dürfte es daher nicht gerade leicht sein, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Zudem hat Facebook noch ein ganz anders Problem. Facebook ist für seinen Umgang mit den Daten seiner Nutzer bekannt. Wollen die Nutzer einer Facebook-Uhr wirklich, dass Facebook so leicht ihre Gesundheitsdaten in die Hände bekommt? Erste Reaktionen von Nutzern aus dem Internet lassen nicht darauf deuten.

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