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Gegen Corona: 3D-Drucker drucken Schutzmasken und Ventile

30.03.2020 | 09:34 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Gesichtsschutz, Schutzmasken und Ventile für Beatmungsgeräte lassen sich mit dem 3D-Drucker ausdrucken. Sowohl von privaten Nutzern als auch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR.

Ärzte und Pfleger brauchen dringend Schutzmasken und -kleidung, um sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV2 zu schützen. Doch Masken sind knapp und falls doch erhältlich, dann sind die Preise mittlerweile deutlich gestiegen. Deshalb tauschen Technik-Enthusiasten im Internet Vorschläge dazu aus, wie man mit 3D-Druckern Schutzausrüstung selber drucken kann.

Zwar kann man nicht mal eben eine FFP2-Maske ausdrucken. Doch ein transparenter Gesichtsschutz (englisch: Face Shield; solche Gesichtsschutzmasken kommen normalerweise in Auto-Werkstätten oder bei Malerarbeiten zum Einsatz), der das gesamte Gesicht einschließlich Mund, Nase und Augen vor einem Spritzkontakt mit den Viren schützen kann, kann durchaus mit einem handelsüblichen 3D-Drucker hergestellt werden . Das berichtet beispielsweise hier im T5-Forum der Besitzer eines 3D-Druckers. Konkret druckt der 3D-Drucker die „Gesichtsschutzbügel“ aus, wie sie hier beschrieben sind. An diesen wird dann eine derzeit im Handel noch leicht erhältliche „Bindefolien“ befestigt.

Tipp: Wir haben einen solchen einfachen 3D-Drucker von Fischertechnik getestet.

Und schon steht einem Pfleger ein Spritzschutz für das gesamte Gesicht zur Verfügung. Trägt man darunter noch einen selbstgenähten Mundschutz (der für sich allein genommen keine so gute Schutzwirkung wie beispielsweise eine FFP2-Maske bietet), so dürfte der Träger dieser Konstruktion einigermaßen sicher vor einer Infektion mit Sars-CoV2 sein.

Einschränkend muss aber gesagt werden, dass die mit den 3D-Druckern erreichten Stückzahlen natürlich gering sind und sich nicht mit der industriellen Fertigung vergleichen lassen.

Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR rüstet 3D-Drucker für medizinische Schutzausrüstung um. Das teilte das DLR mit. Das DLR besitzt besonders leistungsfähige 3D-Drucker, die auch Ventile für Beatmungsgeräte und komplette Atemschutzmasken ausdrucken können.

Auf eine Anfrage der Europäischen Kommission zur Unterstützung bei der Herstellung dringend benötigter medizinischer Geräte habe die DLR mit entsprechenden Tests mit ihren 3D-Druckern begonnen. Erste Tests verliefen demnach erfolgreich. „Die leistungsfähigsten Drucker im DLR können bis zu zehn Schutzmasken oder 15 Ventile für Beatmungsgeräte pro Tag herstellen“, erklärt die DLR. Jetzt geht das DLR die Zertifizierung und Zulassung der vom DLR produzierten Produkte für den medizinischen Gebrauch an.

Test: Fischertechnik 3D-Drucker

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