2625008

"Geheime" Werbung: Apple wehrt sich gegen Vorwürfe

16.11.2021 | 15:15 Uhr |

Ein aktueller Forbes-Artikel berichtet von Vorwürfen verschiedener App-Entwickler gegen Apple. Demnach würde der Tech-Riese gezielt Nutzer von den Websites der Entwickler in den App Store locken. Doch Apple wehrt sich gegen die Kritik.

Apple hat auf Vorwürfe reagiert, denen zufolge das Unternehmen gezielt Werbung bei großen Plattformen wie der Suchmaschine Google schaltet, um Nutzer zu Käufen im App Store zu verleiten, statt über die Website der App-Entwickler. Die Reaktion folgt einem Bericht im Magazin "Forbes" , in dem App-Entwickler diese Praktik kritisiert haben. Und Apple hat gar keine Intentionen, das Vorgehen zu leugnen, sondern erläutert freiheraus die Hintergründe.

App-Entwickler erheben Vorwürfe wegen App-Store-Werbung

Die Kritik der App-Entwickler basiert grundsätzlich auf der Tatsache, dass bei In-App-Käufen über den App Store eine Gebühr von bis zu 30 Prozent an Apple fällig wird. Wenn ein App-Entwickler also ein Premium-Abonnement für einen Service über Apples Plattform verkauft, landen (je nach Gebühr, abhängig von verschiedenen Faktoren) nur 70 Prozent der Einnahmen auf dem Konto der Entwickler. Um dies zu umgehen, ist es oft möglich, entsprechende Käufe auch über die Website der Entwickler-Firma zu tätigen. So wird die Gebühr an Apple umgangen und der Preis für den Service wird manchmal sogar günstiger angeboten, schließlich ist die Marge für das Unternehmen größer und bietet mehr Spielraum. Es ist auch nicht das erste Mal, dass dieser Streitpunkt in die Öffentlichkeit rückt. Der Rechtsstreit zwischen Fortnite-Entwickler Epic Games und Apple entstand daraus, dass Epic innerhalb der iOS-App des Spiels die Fortnite-Website als günstigere Quelle für die In-Game-Währung "V-Bucks" bewarb.

In dem Forbes-Artikel wird ausgeführt, wie Apple (so die Entwickler) gezielt Nutzer auf die App-Store-Seite diverser Apps lenken möchte, statt auf die Website der App-Entwickler. Dafür, und das gibt Apple auch frei heraus zu, schaltet das Unternehmen aus Cupertino Werbeanzeigen bei Plattformen wie Google, die über den regulären Suchbegriffen auftauchen und direkt in den App Store führen. Dabei geht es um besonders populäre Apps wie Masterclass, HBO, Babble, Tinder und Bumble.

Apple wehrt sich gegen Anschuldigungen

Doch in einer Stellungnahme  gegenüber Appleinsider äußert sich der Tech-Riese und macht deutlich, dass er die Vorwürfe für eine "grobe Fehldarstellung" hält. Dass Apple Werbung für bestimmte Apps schaltet und auf den App Store verlinkt, sei eine gängige Praxis und werde auch keineswegs im Geheimen durchgeführt, sondern werde regelmäßig mit den App-Entwicklern diskutiert. Viele davon würden die Unterstützung im Bewerben der Produkte wertschätzen. Apple verglich die Praxis mit dem Einzelhandel, wo es gang und gäbe ist, Produkte zu bewerben, die zwar nicht von den Ketten hergestellt, aber verkauf werden. Tatsächlich ist es schwierig, das Vorgehen als eine Art "gemeine" Praxis zu bezeichnen: Das Bewerben von Apps durch Apple ist in den Verträgen, die Entwickler bei Nutzung des App Stores eingehen, deutlich beschrieben.

Macwelt Marktplatz

2625008