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Gelbe Karte: Apple versendet Anwaltsbriefe an Leaker

25.06.2021 | 12:30 Uhr | Stephan Wiesend

Einige Apple-Leaker haben Briefe von Apples Anwälten bekommen – einer der bekanntesten will sich deshalb zurückziehen.

In den letzten Jahren ist es Apple kaum noch gelungen, ein neues Produkt überraschend vorzustellen. Vor allem vor den jährlichen Vorstellungen der neuen iPhone-Modelle gibt es immer wieder so genannten „Leaks“ und selbst Informationen über das iPhone 13 sind bereits längst durchgesickert.


Offenbar will dies Apple aber nicht länger akzeptieren. Wie Appleinsider und Macrumors berichten, haben jetzt die beiden bekannten chinesischen Leaker Kang und Duan Rui und zahlreiche andere Personen Post von Apples Anwälten bekommen, wie etwa Kang auf der chinesischen Seite Weibo berichtet. 

Betriebsgeheimnisse und Verunsicherung

In diesen mahnenden Anwaltsbriefen werden Leaker offenbar aufgefordert, keine Details über zukünftige Produkte mehr zu veröffentlichen, andernfalls werden rechtliche Konsequenzen angedroht. Laut Apple würde dies potenzielle Kunden in die Irre führen und Konkurrenten von Apple einen Vorteil verschaffen. Apple soll auch verlangt haben, dass keine Bilder veröffentlicht werden. Die Leaker berufen sich dabei zwar auf angebliche "Träume oder Rätsel", so nennt sich einer der bekanntesten Leaker auf Twitter „l0vetodream“. Dies will Apple aber nicht gelten lassen und wirft „Infringement and abuse of commercial information“ vor. Kang ist laut der Seite Apple Track einer der erfolgreichsten Leaker und hatte etwa Leaks zur kompletten iPhone 12-Linie und dem Homepod Mini veröffentlicht. Er will aber zukünftig auf solche Veröffentlichungen von Rätseln und Träumen verzichten und warnt andere Blogger, dass Apple dies genau beobachtet. Um eine Unterlassungserklärung handelt es sich bei den Briefen offenbar nicht, vorerst hat es Apple wohl bei einer Warnung belassen.

Laut Berichten sollen noch weitere Personen angeschrieben worden sein, etwa in den Niederlanden der Grafiker ConceptCreator, der für Renderbilder kommender Modelle bekannt ist. Gegenüber der Seite Letsgodigital meint er, er sei von dem Brief von Apple unangenehm überrascht worden. "Ich sehe mich nicht als Leaker.  Ich möchte einfach 3D-Konzepte machen und darin wachsen. Ich muss darüber nachdenken, wie ich in Zukunft damit umgehen kann."

Rechtlich hat Apple nach unserer Einschätzung nur eine begrenzte Handhabe. So hat der Leaker Jon Prosser auf Twitter schon kategorisch erklärt, dass Apple ihn wegen seiner Veröffentlichungen keinesfalls verklagen könne.

 

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