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Generation Z bevorzugt Geräusche, Babyboomer Ruhe bei der Arbeit

18.06.2019 | 10:56 Uhr | Thomas Hartmann

Mehr als die Hälfte der Generation Z (55 Prozent) und der Millennials (56 Prozent) bevorzugt es, trotz damit verbundener Störfaktoren in offenen Großraumbüros zu arbeiten, so das Ergebnis einer Studie.

Die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung sollen zeigen, wie verschiedene Generationen über ihre Arbeitsumgebung denken: Wie ist die Bürodynamik, was fördert ihre Produktivität, und wie gehen die Mitarbeiter mit Ablenkungen und Störungen um? Dabei gaben fast alle Beschäftigten (99 Prozent) an, dass sie sich an ihrem persönlichen Arbeitsplatz abgelenkt oder gestört fühlen. Mehr als die Hälfte sagte, dass sie Schwierigkeiten hat, Telefonaten zu folgen oder selbst verstanden zu werden (51 Prozent). Viele können sich aufgrund von Geräuschen schlechter fokussieren (48 Prozent). 67 Prozent aller Befragten sagen zudem, dass sie vor allem laut telefonierende Kollegen als störend empfinden, 65 Prozent fühlen sich abgelenkt durch die Unterhaltungen der neben ihnen sitzenden Mitarbeitenden.

Dennoch gibt es Unterschiede in Bezug auf die sogenannten Generationen. So werden der Generation Z überwiegend diejenigen zugerechnet, die von 1997 bis 2012 zur Welt gekommen sind . Sie verbindet demnach vor allem die Eigenschaft, von klein auf ”Digital Natives” sein zu können. Zeitlich noch früher anzusiedeln ist die sogenannte Generation Y oder ”Millennials” (zu Deutsch etwa „Jahrtausender“), die im Zeitraum der frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren geboren wurde . Diese wird unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass sie eine starke Neigung zum Hinterfragen der Gegebenheiten habe (”Generation why”, wie englisch ”y“).

Gemäß der Befragung scheinen beide ”Generationen” die Arbeit im Open Office zu bevorzugen: 55 Prozent der Generation Z und 56 Prozent der Millennials arbeiten demnach lieber in offenen Großraumbüros, im Vergleich zu 47 Prozent der Generation X und 38 Prozent der Babyboomer ( damit sind im Wesentlichen die starken Geburtenjahrgänge der Nachkriegszeit gemeint) .

Mehr als die Hälfte der Generation Z (52 Prozent) gibt der Befragung zufolge an, dass sie am produktivsten ist, wenn sie mit einer gewissen Geräuschkulisse arbeitet oder zwischendurch mal mit anderen sprechen kann. Ganz anders bei den Babyboomern: Für zwei Drittel brauche es Ruhe für produktives Arbeiten.

Dazu passt auch dieses Ergebnis: 20 Prozent der Generation Z verbringt mindestens den halben Tag mit Telefon-, Video- oder Gruppengesprächen. Zum Vergleich: Bei den Babyboomern trifft das nur auf sieben Prozent zu. 35 Prozent der Generation Z nutzen Kopfhörer, um nicht abgelenkt zu werden. Nur 16 Prozent der Babyboomer tun das Gleiche.

Wichtige Informationen für Arbeitgeber und Schlussfolgerungen daraus für den Arbeitsplatz und dessen Gestaltung: Drei von vier Personen würden sich eigenen Angaben zufolge im Büro noch wohler fühlen und produktiver sein, wenn Arbeitgeber mehr tun würden, um Störfaktoren am Arbeitsplatz zu reduzieren. Neun von zehn Befragten geben an, dass es sie frustriert, bei Telefon- oder Videoanrufen abgelenkt zu werden. 56 Prozent sind überzeugt, dass dies durch bessere Technologie und die Reduzierung von Hintergrundgeräuschen vermieden werden könnte. Separate Räume oder Ruhezonen, eine Anpassung der Büroaufteilung sowie vorgeschriebene Richtlinien für einen angemessenen Geräuschpegel wären gute Lösungen, so jeder zweite Befragte.

Die Zahlen sind ein Ergebnis der internationale Studie von Future Workplace im Auftrag des Unified Communications Unternehmens Plantronics ("Poly“) , ein globales Kommunikationsunternehmen, das eine menschliche Zusammenarbeit ermöglichen will. Bekannt ist das Unternehmen auch durch die Headsets von Plantronics .

Die Studie wurde im Zeitraum vom 18.-26. März 2019 unter 5150 Personen aus den USA, Kanada, Spanien, UK, Deutschland, Frankreich, China, Australien, Neuseeland, Japan und Indien von Savanta durchgeführt. Angestellte, die mindestens drei Tage pro Woche in einem Büro arbeiten, beantworteten Fragen zu Bürodynamik, Ablenkungen und Störungen sowie Benefits in ihrem Unternehmen. Die Firmen waren unterschiedlichster Größe.

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