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Gesetzgeber will Schweigepflicht bei Apple lockern

26.11.2021 | 14:30 Uhr | Halyna Kubiv

Dass Apple nicht gerne Interna teilt, ist nicht neues. Offenbar sind Schweigeverpflichtungen der Firma aber zu streng.

Das haben wir als Apple-Beobachter schon öfters erlebt: Sobald eine reichweitenstarke Person von Apple eingestellt wird, verschwindet sie buchstäblich von der digitalen Oberfläche. Die letzten Beispiele sind Serenity Caldwell, früher bei "iMore" und "Macworld" , jetzt bei Apple-PR, oder Pike R. Alpha , ein macOS-Entwickler. Grund dafür sind Verschwiegenheitserklärungen, die die neuen Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber unterschreiben. Nach Auffassung mancher Ex-Mitarbeiter von Apple sind diese Verschwiegenheitserklärungen zu streng und verletzen in manchen Punkten das US-Recht. "Reuters" berichtet nun über erste Gesetzentwürfe, die dies ändern sollen. 

Die Senatorin Karen Keise und die Abgeordnete Liz Berry reagieren auf Berichte von Whistleblower innerhalb Apple. Ex-Mitarbeiterin Cher Scarlett, die sich im Sommer gegen Diskriminierung in der Firma ausgesprochen hat und letztlich entlassen wurde, behauptet, manche Punkte in der Verschwiegenheitserklärung aus Cupertino verbieten einem Mitarbeiter über Arbeitsbedingungen bei Apple zu sprechen. Noch im September hat ein Investor Nia Impact Capital Apples Vorstand vorgeschlagen, potentielle Risiken auf unzulässige Klauseln in der Erklärung im Kontext von Diskriminatierung, Belästigung und anderer illegalen Handlungen zu überprüfen. Apple hatte den Antrag abgelehnt, mit der Begründung, "die Firma nutze solche Klauseln nicht". Scarlett hat auf diese Berichte reagiert, indem sie einige Dokumente an die Börsenaufsicht SEC und an den Investor Nia Impact Capital weitergeleitet hat. Selbstverständlich hat sie damit die Verschwiegenheitserklärung mit Apple verletzt, die sich wohl noch auf einige Zeit nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses auswirkt. 

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