2441257

Google Assistant: Mitarbeiter belauschen Gespräche

12.07.2019 | 10:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Auch bei Google hören Mitarbeiter einen Teil der Audio-Mitschnitte des Sprachassistenten ab. In einigen Fällen auch dann, wenn Google Assistant gar nicht aufzeichnen sollte.

Nicht nur bei Amazon, sondern auch bei Google hören Mitarbeiter einen Teil der Audio-Mitschnitte des Sprachassistenten ab. Das bestätigte jetzt Google gegenüber heise.de: 0,2 Prozent der Audio-Mitschnitte würden transkribiert und analysiert.

Hintergrund ist ein Bericht des belgischen Senders VRT. Ein Whistleblower hatte dem Sender über 1000 Mitschnitte von Audio-Aufzeichnungen von Google Assistant zugespielt. Die Mitschnitte seien von guter Sprachqualität gewesen, ohne Verzerrungen. Google habe laut heise.de aber noch im April 2019 erklärt, dass die Mitschnitte keine „persönlich identifizierbaren Informationen“ enthalten würden und zudem „die Audiosequenzen verzerrt" seien.

Aus den Aufnahmen hätten die VRT-Mitarbeiter in einigen Fällen sogar die Identität der Nutzer ermitteln können. Laut VRT sollen weltweit mehrere tausend Personen die Mitschnitte sich anhören und auswerten beziehungsweise transkribieren, die Google Assistant via App oder über die Google-Home-Lautsprecher anlegt. Mit dieser Arbeit würde Google andere Firmen beauftragen. Unter anderem in Belgien und den Niederlanden würde rund ein Dutzend Mitarbeiter niederländisch sprechende Google-Assistant-Nutzer belauschen. Genauso wie bei Amazon soll auch bei Google diese Arbeit dazu dienen um die Qualität der Sprachassistenten zu verbessern.

Die Mitarbeiter sollen die Mitschnitte so genau wie möglich beschreiben und beispielsweise auch das Geschlecht der sprechenden Personen notieren. VRT schreibt, dass offensichtlich auch Audio-Mitschnitte abgehört werden, die gar nicht existieren sollten: Da der Startbefehl "Ok, Google“ nicht gegeben wurde. Trotzdem zeichnete laut VRT der Google-Sprachassistent aber auf. Das soll bei 153 der über 1000 Aufnahmen der Fall gewesen sein. Dabei wurden Streitereien, private und berufliche Gespräche erfasst.

Google sagte zu dem VRT-Bericht, dass einer der Mitarbeiter gegen Googles Datenschutzrichtlinien verstoßen habe, weil er vertrauliche Audiodaten aus den Niederlanden weitergegeben habe. Googles Datenschutzteam würde ermitteln.

Alexa-Sprachaufzeichnungen: So hindern Sie Amazon-Mitarbeiter am Mithören

Tausende Amazon-Mitarbeiter hören Alexa-Mitschnitte ab

Google Home Mini zeichnet ungewollt alles auf



Macwelt Marktplatz

2441257