2571971

Google stellt das personalisierte Werbe-Tracking ein

04.03.2021 | 13:45 Uhr | René Resch

Google will ab dem kommenden Jahr der "personalisierten Werbung" den Garaus machen und auf Tracking-Cookies verzichten.

Google hat angekündigt, vom kommenden Jahr an darauf zu verzichten, Anzeigen, die Personen über mehrere Webseiten hinweg tracken, nicht mehr zu schalten. Es sollen dann also keine Anzeigen mehr ausgespielt werden, die auf dem Surfverhalten der Nutzer zugeschnitten sind.

Das Unternehmen verspricht auch, dass es danach keine alternativen Technologien verfolge, die Tracking-Cookies ersetzen sollen.

Werbetreibende können vom kommenden Jahr an bei Google Ihre Werbung an spezielle "Nutzergruppen" adressieren. Die Google-Nutzer werden also in Kategorien aufgeteilt, die sich beispielsweise für das Thema "Fußball" interessieren; andere interessieren sich für bestimmte Urlaubsziele. Einzelne Nutzer sollen allerdings keine speziell auf Sie zugeschnittene Werbung mehr ausgespielt bekommen.

Alles zum Schutz der Privatsphäre

Im entsprechenden Blogeintrag schreibt der Google-Manager David Temkin dazu folgendes: "Um das Internet offen und für alle zugänglich zu halten, müssen wir alle mehr für den Schutz der Privatsphäre tun - und das bedeutet nicht nur ein Ende der Cookies von Drittanbietern, sondern auch jeglicher Technologie, die dazu verwendet wird, einzelne Personen beim Surfen im Internet zu verfolgen. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, ein lebendiges und offenes Ökosystem zu erhalten, in dem die Menschen auf eine breite Palette werbe-gestützter Inhalte zugreifen können, im Vertrauen darauf, dass ihre Privatsphäre und ihre Wahlmöglichkeiten respektiert werden."

Was zunächst nach einer Überraschung klingt, war durchaus absehbar, denn Google steht momentan mächtig unter Druck bei Themen wie Datenschutz und Persönlichkeitsrechten. So laufen allein in den USA gegen Googles Muttergesellschaft Alphabet drei kartellrechtliche Ermittlungen. Zudem macht auch die die Konkurrenz Google zu schaffen. Unternehmen wie Apple etwa schreiben Privatsphäre groß auf ihre Fahne, was den Druck auf Google natürlich noch einmal erhöht.

Was Google so alles über Sie weiß

Negative Aufmerksamkeit erregten auch kürzlich die Google-Einstellungen für Werbung. In einem viralen Tiktok-Video wurde darauf aufmerksam gemacht, wie invasiv Google die Daten seiner Nutzer sammle und für personalisierte Werbung nutze. Mehr dazu finden Sie in unserem dazugehörigen Artikel. Hier können Sie selbst prüfen, welche Daten, der Konzern im Laufe der Jahre über Sie gesammelt hat:

Interessant wird sein, wie die Konkurrenz auf Googles Entschluss reagieren wird. So ist Facebook aktuell die Nummer Zwei bei der weltweiten digitalen Werbung. Anders als bei Google beruht das Facebook-Geschäftsmodell einzig und allein auf dem Ausspähen des Nutzerverhaltens.


Macwelt Marktplatz

2571971