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Handystrahlung: Hohe SAR-Werte beim iPhone 7

13.10.2016 | 08:28 Uhr | Stephan Wiesend

Die neuen iPhone 7 und iPhone 7 Plus haben einen recht hohen SAR-Wert - die Bedeutung dieses Wertes ist aber umstritten.

Ob Handystrahlung gefĂ€hrlich ist, gilt als umstritten und wĂ€re eine eigene Diskussion wert. Hohe Strahlenbelastung ist aber sicher unerwĂŒnscht, so liest man aktuell nur ungern von iPhones mit hohen SAR-Werten. Keine positiven Beispiele sind die beiden iPhone 7 und iPhone 7 Plus, fĂŒr die Apple den SAR-Wert von 1,38 W/kg angibt . Dieser in KopfnĂ€he gemessene Messwert ist höher als bei frĂŒheren Modellen und auch bei einem iPhone 6S mit 0,87 W/kg. Etwas besser schneidet das iPhone 7 Plus ab. Grund könnte ein neues Antennendesign oder das neue Intel-Modem sein. Beide GerĂ€te bleiben dabei unter dem gesetzlichen Grenzwert von 2 W/kg, trotzdem klingen die hohen Werte bedenklich. Gibt es doch GerĂ€te mit niedrigerem SAR-Wert, etwa das Samsung S7 mit einem SAR-Wert von 0,41. Das klingt zuerst nach einem echten Problem fĂŒr gesundheitsbewußte Apple-Kunden, allerdings haben die SAR-Werte einen Haken: Sie sind in der Praxis wenig aussagekrĂ€ftig und werden aus guten GrĂŒnden nur noch selten in Smartphone-Tests genannt.

Das Problem mit den SAR-Wert: Er misst die Strahlung bei maximaler Sendeleistung, die ein Handy nur selten wĂ€hlen muss. Noch schlechter: Hat ein Handy schlechte Empfangseigenschaften, muss es stĂ€ndig eine hohe Sendeleistung nutzen. Trotz niedrigem SAR-Wert kann es dann eine hohe Strahlungslast erzeugen. Das ist auch der Grund, weshalb so genannte SAR-SchutzhĂŒllen die Strahlungsbelastung sogar steigern können. Will man die Strahlungslast von mehreren Smartphones vergleichen, bleiben nur langwierige und teure Labortests ĂŒbrig, die kaum noch ein Magazin durchfĂŒhrt.

Die Tester der Fachzeitschrift Connect errechnen etwa aus dem SAR-Wert und der Sendeleistung einen so genannten connect-Strahlungsfaktor . Ähnlich geht die Computerbild vor und misst die so genannte Leistungsflussdichte bei guter, mittlerer und schlechter Netzversorgung. Beim iPhone 7 stufen die Tester in Hamburg die Werte deshalb auch als „sehr gering“ ein, das iPhone 7 Plus schneidet hier  etwas besser ab und das Samsung S7 noch besser.

Fazit: Apple sollte beim Thema Handystrahlung seine Hausaufgaben machen, die SAR-Werte sind zu hoch. Deshalb vom Kauf eines iPhones 7 abzuraten und Apple ans Kreuz zu schlagen erscheint aber ĂŒbertrieben. Dazu ist der SAR-Wert zu wenig aussagekrĂ€ftig. Sinnvoller als der Kauf eines Handys mit niedrigem SAR-Wert ist aber fĂŒr Intensiv-Telefonierer die Nutzung eines Headsets. Selbst GerĂ€te mit Bluetooth haben in der Regel einen deutlich niedrigeren Strahlungswert als jedes Handy.

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