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Happy Birthday: DAB+ soll vor Katastrophen warnen

30.07.2021 | 12:29 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Vor fast genau zehn Jahren startete DAB+ in Deutschland. DAB+ soll künftig vor Katastrophen warnen.

„Digitalradio Büro Deutschland“ - eine Gemeinschaftsinitiative von ARD, Deutschlandradio, privaten Radioveranstaltern, Geräteherstellern und Netzbetreibern zur Verbreitung von Digitalradio DAB+ - zieht ein Fazit nach 10 Jahren DAB+.

Der Start

Am 1. August 2011 startete die erste nationale Programmplattform für DAB+ in Deutschland. Damals standen nur 27 Funktürme für ausgewählte Ballungsräume zur Verfügung. Mittlerweile sollen es 149 Funktürme im gesamten Bundesgebiet sein. Dazu kommen noch über 70 Sendeanlagen der zweiten nationalen Programmplattform, die im Oktober 2020 gestartet ist. Mehr dazu lesen Sie hier: DAB+ bekommt neue Sender - das müssen Sie tun. Insgesamt sind somit bis zu 29 Programme in ganz Deutschland über DAB+ empfangbar. Insgesamt sollen es 270 unterschiedlich verfügbare Programme geben, von denen 70 exklusiv über DAB+ zu empfangen sind.

Aktuelle Abdeckung

Die bundesweite Flächenabdeckung von DAB+ soll bei rund 98 Prozent liegen mit einer besonders guten Abdeckung entlang der Autobahnen. DAB+ ist aber nach wie vor nicht flächendeckend überall so gut verfügbar wie UKW. Europaweit macht der Ausbau von DAB+ seit einiger Zeit kaum noch Fortschritte.

Anfangs waren Deutschlandradio und die ARD Treiber von DAB+. Mittlerweile gibt es aber auch zahlreiche Privatsender, die ihr Programm via DAB+ verbreiten. DAB+ wird oft für „Spartensender“ genutzt, die bestimmte Zielgruppen ansprechen sollen. In Nordrhein-Westfalen soll laut „Digitalradio Büro Deutschland“ im Herbst 2021 eine landesweite private Plattform mit 16 neuen DAB+ Programmen starten.

Einen ersten Versuch mit Digitalradio hatte DAB in den 1990ern unternehmen. Dieser Versuch verliefen wenig erfolgreich. 2011 nahm das Digitalradio mit der erweiterten Version DAB+ und der vom Fraunhofer Institut in Erlangen entwickelten Audio-Komprimierung AAC (das auch bei iTunes und Spotify verwendet wird) einen neuen Anlauf. In mehr als einem Viertel aller Haushalte soll inzwischen ein DAB+ Gerät stehen, das wären insgesamt 17 Millionen Geräte.

In Neuwagen ist DAB+ mittlerweile vorgeschrieben. Bei stationären und allen anderen neu verkauften Radios ist dagegen nur ein digitaler Empfangsweg vorgeschrieben, das kann aber auch Webradio anstelle von DAB+ sein.

DAB+ zur Warnung vor Hochwasser und anderen Katastrophen

Seit der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist die Verbreitung von Katastrophenwarnungen wieder in den Fokus der öffentlichen Diskussion getreten. Hier soll nun auch DAB+ eine wichtige Rolle spielen: Mit der Electronic Warning Function (EWF) soll das Fraunhofer Institut DAB+ für den Bevölkerungsschutz fit machen. Ausgestattet mit EWF sollen DAB+-Radios eine Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall ermöglichen.

DAB+ in Europa: Hier können Sie DAB+ empfangen

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