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Heute: Alle Sirenen heulen, TV unterbricht Programm, Nina alarmiert

10.09.2020 | 09:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Heute heulen in ganz Deutschland die Sirenen, die Warnapp Nina schlägt Alarm und Radio und TV unterbrechen ihre Sendungen. Lautsprecherwagen fahren durch die Stadt. Der Grund. Update: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK gibt Tipps zur Bevorratung von Essen und Trinken.

Update 10.10. 16:35 Uhr: Der erste bundesweite Warntag hat erhebliche Mängel offen gelegt: Sirenen & Nina schweigen - Deutschlands Katastrophenwarnkonzept versagt . Update Ende

Am 10. September 2020, also heute, heulen um 11 Uhr bundesweit alle Sirenen. Auch die Warn-App Nina schlägt dann Alarm und Radio und Fernsehen unterbrechen ihre Sendungen. Auch die behördlichen Kanäle auf Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat sowie digitale Werbetafeln sollen Warnmeldungen ausgeben. Sogar Lautsprecherwagen kommen zum Einsatz.

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Auch DAB+-Radios warnen

Digitalradio Büro Deutschland, die Interessensvertretung der Unterstützer von DAB+ in Deutschland, beschreibt die Teilnahme der DAB+-Radios am Warntag folgendermaßen: „Dazu werden alle Systeme eingesetzt, die am „Modularen Warnsystem“ (MoWaS) des Bundes angeschlossenen sind und zu denen auch Rundfunksender gehören. Dank Digitalradio DAB+ können mit Hilfe der vom Fraunhofer Institut entwickelten Emergency Warning Functionality (EWF) entsprechende Warnungen direkt an DAB+ Radiogeräte gesendet werden. EWF ist eine neue Form der barrierefreien Alarmierung innerhalb weniger Sekunden, die der digitale terrestrische Rundfunkstandard DAB+ bietet und im Ausnahmefall auch im Standby befindliche Radios einschalten kann. Zusätzlich zur Sprachdurchsage werden dabei mit EWF über DAB+ auch mehrsprachige Textinformationen übertragen.“

Und weiter: „Der Probe-Alarm soll sowohl über das Sendernetz des ersten nationalen Programmensembles, als auch über das private, landesweite DAB+ Netz Sachsen-Anhalts ausgestrahlt werden.“

Sie müssen deshalb aber nicht in Panik geraten: Denn der 10.9.2020 ist der erste bundesweite Warntag. Erstmals seit der Wiedervereinigung wird es dann einen bundesweiten Probealarm mit allen vorhandenen Warnmöglichkeiten geben. Das teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK bereits im Juni mit, doch nun ist eben bald soweit. Die Entwarnung folgt dann auf den gleichen Wegen um 11.20 Uhr.

Die Innenministerkonferenz hatte den bundesweiten Warntag beschlossen. Von 2020 an soll er jährlich wiederholt werden und zwar immer an jedem zweiten Donnerstag im September. Der Warntag soll dazu beitragen, „die Akzeptanz und das Wissen um die Warnung der Bevölkerung in Notlagen zu erhöhen und damit deren Selbstschutzfertigkeiten zu stärken.“

Zur Warnung und zur Information der Bevölkerung nutzen Bund, Länder und Kommunen alle verfügbaren Kommunikationskanäle. So werden beispielsweise über das vom BBK betriebene Modulare Warnsystem und die Warn-App Nina Warnungen und Informationen der zuständigen Behörden, wie der Gesundheitsministerien des Bundes und der Länder, bereitgestellt. Bund und Länder bereiten den bundesweiten Warntag in Abstimmung mit kommunalen Vertretern gemeinsam vor.

Es gibt sogar eine eigene Webseite zum ersten bundesweiten Warntag.

Vorsorge für den Katastrophenfall

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. rät basierend auf Empfehlungen des BBK, dass jeder Haushalt Lebensmittel und Getränke für zehn Tage bevorratet. „Das sollten Lebensmittel sein, die im eigenen Haushalt regelmäßig auf den Tisch kommen, um Verschwendung und Müll zu vermeiden“, sagt Saskia Vetter von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Wichtig ist vor allem Trinkwasser. Auch ein paar Konserven, Haferflocken, Knäckebrot oder Zwieback sowie Marmelade und Honig können sinnvoll sein. Das kann man notfalls auch essen, wenn Strom und Wasser fehlen. „Das Wichtigste ist aber, dass diese Lebensmittel immer wieder verbraucht und erneuert werden“, so die Referentin für Lebensmittel und Ernährung.

Alle Empfehlungen des BBK zur Bevorratung von Essen und Trinken lesen Sie hier.

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