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Hi-Fi für Anspruchsvolle: Musikmesse High End 2019 in München gestartet

10.05.2019 | 13:37 Uhr | Stephan Wiesend

Die noch bis Sonntag laufende Messe High End in München zeigt die beste und teuerste Hi-Fi-Hardware – aus 42 Ländern. Auch Airplay 2 ist ein Thema.

Während Messen wie die Cebit längst Geschichte sind, ist die auf hochwertige Hi-Fi-Geräte spezialisierte Spezialmesse High End auch 2019 wieder komplett ausgebucht und hat immer größere Platzprobleme. Offensichtlich herrscht kein Mangel an Fans hochwertiger Lautsprecher oder Verstärker, die für optimale Klangqualität auch etwas mehr bezahlen wollen. Richtet sich die Messe doch nicht nur an Fachbesucher, auch die Endnutzer (und schließlich auch Käufer) sind hier willkommen. Vom riesigen Angebot an teuren Plattenspielern und edlen Lautsprechern sollte man sich nicht täuschen lassen, an topaktueller Technik herrscht kein Mangel. Große Musiksammlungen werden mittlerweile selbst vom anspruchsvollsten Hi-Fi-Fan oft drahtlos zum Lautsprecher übertragen oder per Streaming-Abo abgerufen. Unterstützung von Bluetooth 5 taucht in den Datenblättern immer häufiger auf, auch proprietäre Protokolle sind aber weiter in Gebrauch. So hatte der für seine NAS bekannte Hersteller QNAP ebenfalls einen Stand an der noch bis 12.5 offenen Messe, ebenso LG.

Mit dem Musiker und Produzenten Steven Wilson (bekannt etwa durch seine Band "Porcupine Tree") hat die aktuelle Messe dieses Jahr übrigens einen prominenten Markenbotschafter für die Messe vorzuweisen.

Apple Music und Airplay 2

Schade für Apple-Fans, von Apples Musikdienst Apple Music ist auf der Messe wenig zu sehen. Unterstützt eines der Geräte den Zugriff auf Streaming-Dienste, handelt es sich fast immer um Spotify Connect oder Tidal. Das einzige Hi-Fi-Gerät, das direkt auf Apple Music zugreifen kann, bleibt ja auf Wunsch Apples weiterhin der Homepod.

Anders sieht es mittlerweile mit Apples neuem Protokoll Airplay 2 aus, vermutlich dank zahlloser iPhone-Besitzer. Hier sind es neben Lautsprechern vor allem Receiver, die per Airplay 2 angesteuert werden können – darunter übrigens einige, die noch nicht auf Apples offizieller Webseite aufgeführt werden. Besonders viele Receiver mit Airplay-2-Unterstützung finden wir bei Marantz und Denon, aber auch vom Edel-Hersteller Naim zählen aktuelle Geräte wie das Lautsprechersystem Muso 2 und ND555 dazu. Vor allem bei edlen drahtlosen Lautsprechersystemen ist Airplay 2 nämlich keine Seltenheit.

Der Muso von Naim 2 unterstützt Airplay 2, Spotify und kostet 1200 Euro.
Vergrößern Der Muso von Naim 2 unterstützt Airplay 2, Spotify und kostet 1200 Euro.
© Stephan Wiesend

Drahtlos als Thema

Immer mehr Hersteller haben ein Komplettsystem im Angebot, das aus Lautsprechersystem, Verstärker und Streaming-System besteht – ein wenig wie ein Homepod. Von Naim gibt es für 1200 Euro den neuen Muso 2. Gut gefällt uns auch das kompakte SC-C50 von Technics – das wie der Muso nebenbei Airplay unterstützt und per App konfiguriert wird. Etwas teurer und weit größer ist das Lautsprechersystem SC-C70, das zusätzlich ein CD-Laufwerk besitzt.

Für Fans hochpreisiger Hi-Fi gibt es im Hochpreissegment erstmals den McIntosh RS200 mit schicken blauen Wattmetern. Dieses System wird allerdings knapp 3000 Dollar kosten.

Der Wireless Speaker SC-C50 von Technics unterstützt Airplay und Spotify.
Vergrößern Der Wireless Speaker SC-C50 von Technics unterstützt Airplay und Spotify.
© Stephan Wiesend

Weniger Vinyl

Etwas im Abflachen scheint der Trend zu Vinyl zu sein: Wie in den letzten Jahren sind weiterhin zahlreiche neue Plattenspieler und kompatible Verstärker zu bestaunen, Stände mit ausgewählten LPs sind gut besucht. Wie allerdings auch der Markenbotschafter Steven Wilson bei der Pressekonferenz meinte: Einige Musikarten wie etwa Klassik eignen sich vielleicht doch besser für CDs.

Aktuelle Kopfhörer

Im Unterschied zu früheren Messen schien nach unserem Eindruck das Thema Kopfhörer weniger im Vordergrund zu stehen als in den letzten Jahren. Letzten Jahr fand ja zeitgleich sogar die Kopfhörer-Messe CanJam statt! Zahllose Kopfhörer aller Preisklassen sind aber zu sehen, etwa bei Ultrasone, Focal, Audio Technica aber auch Fiio. Allerdings fehlt dieses Jahr der Aussteller Sennheiser mit seinen Geräten, außerdem wurde von der Messe die so genannte Hörbar gestrichen: In den letzten Jahren konnte man auf der Messe an Spezialständen zahlreiche Kopfhörer verschiedener Hersteller probehören und vergleichen. Wie man uns erzählte, scheiterte dies aber am fehlenden Interesse der Hersteller: Diese wollten ihre Kopfhörer lieber an ihren eigenen Ständen vorstellen und präsentieren, außerdem gibt es mit der neuen Veranstaltungsreihe „Sound Clever“ eine Art Nachfolger der Hörbar.

Der EAH-F70N von Technics bietet Bluetooth und Noise Cancelling, kostet allerdings auch 399 Euro.
Vergrößern Der EAH-F70N von Technics bietet Bluetooth und Noise Cancelling, kostet allerdings auch 399 Euro.
© Stephan Wiesend

„Sound Clever“ optimale Audio-Systeme unter 5000 Euro

Eine absolute Neuheit ist die Sonder-Ausstellung „SoundsClever“. Auf der Messe sind 18 komplette spielfähige Audio-Systeme zu sehen, die eine außergewöhnliche klangliche Performance für weniger als 5.000 Euro bieten – viele Hersteller präsentierten bisher nämlich bei Vorführungen meist Top-Systeme die weit über diesem Betrag lagen. Ein Teilnehmer wie D&M präsentiert hier aber dann ein System aus Marantz Melody X und Polk Signature Lautsprechern – für 1400 Euro.

Soundbar als Trend?

Nicht wenige Anbietet haben eine Soundbar für das TV-System im Angebot. Sind doch die Lautsprecher selbst teuerster TV-Geräte für enttäuschende Tonqualität berüchtigt. Hier kann eine Lösung wie die nuPro XS-7500 für mehr Volumen sorgen – eine Art TV-Version der Nu Pro von Nubert  und für 1470 Euro erhältlich – wahlweise in Schwarz oder Weiß. Auch Bluetooth wird unterstützt, Konfiguration ist per iOS-App nuRemote möglich.

Ein Trend scheinen hochwertige Soundbars wie die nuPro XS-7500 zu sein.
Vergrößern Ein Trend scheinen hochwertige Soundbars wie die nuPro XS-7500 zu sein.
© Stephan Wiesend

Angebote der Messe

Zusätzlich zu den einzigartigen Ausstellungen bietet die High End ein interessantes Zusatzprogramm. So veranstaltet die High End zahlreiche Fachvorträge, wie man sie sonst wohl nur selten erleben kann: Die Themen reichen von Grundlagen wie wie „Lautsprecher besser aufstellen“ zu technischen Spezialthemen wie „Using Class A transistors to customise the sound of Class D amplifier“.

Tonstudio von Dynaudio

Die Messe betont immer wieder, dass nicht nur Hardware, sondern auch die Musiker im Mittelpunkt stehen sollen. Das belegt dieses Jahr unter anderem ein mobiles Tonstudio von Dynaudio, das unter dem Motto „UNHEARD“ Nachwuchsmusikern und -bands die Möglichkeit einer professionellen Aufnahme gibt – und nebenbei für Live-Musik und einen Einblick in die Produktion von Musik sorgt.

Ein komplettes Musikstudio hat die Firma Dynaudio aufgebaut.
Vergrößern Ein komplettes Musikstudio hat die Firma Dynaudio aufgebaut.
© Stephan Wiesend

Auftritte gibt es außerdem von den Musikern Petteri Saviola, Ana Silvera und Lyn Stanley. Der Hornist Felix Klieser ist außerdem am Samstag zu erleben.

Noch bis einschließlich Sonntag ist die Messe im Münchner M.O.C geöffnet.

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