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Himmel und Hölle – Macphisto am Freitag

29.10.2021 | 10:35 Uhr |

Unser Kolumnist fragt sich, ob man nicht allmählich sich vom Inferno verabschieden sollte. Denn die M-Macs sind himmlische Vergnügen.

Mit Freude sieht unsereins, dass Apple seine Stores in Top-Lagen der Innenstädte oder in gut besuchten Einkaufszentrum weiterhin offen halten kann, unter gegebenen Bedingungen der Hygiene. Das ist keine Einschränkung der Freiheit, allenfalls der Freiheit, andere Leute anstecken zu dürfen. Derartige Bosartigkeiten sind aber dem Personal der Hölle vorbehalten.

Dennoch: Ihr, die in den Apple Store eintretet, lasset alle Hoffnung fahren, ohne eine Belastung der Kreditkarte oder Erleichterung der Geldbörse wieder aus dem inneren Kreis herauskommen zu können. Denn da stehen und liegen sie schön aufgereiht, die Preziosen des Herbst 2021. Schicke Uhren, schnelle Telefone und Rechner, die der Hersteller selbst als "Beast of a Machine" bezeichnet. Kerberos, der Höllenhund?

Nein, nein und nochmals nein: Fortan sollten wir von Höllenmaschinen im Zusammenhang mit Macs im Allgemeinen und den Macbooks pro im Speziellen besser nicht mehr reden. Mag sein, dass in dem ironisch bis sarkastischen Zeitalter, in dem wir leben, Begrifflichkeiten durcheinander kommen, aber unter Höllenmaschine stellen wir uns etwas anderes vor, ein explosives Mordwerkzeug, wie wir an anderer Stelle bereits ausführlich dargelegt haben .

Nun ist ein Hammer etwas, mit dem man ein Haus bauen und auch einen Mord begehen kann und auch ein Macbook Pro könnte man als tödliches Schlagwerkzeug einsetzen, aber das ist weder dessen Intention noch sind uns Fälle bekannt, in denen genau das geschah. Weggebissen hat der Kerberos im Aluminiumgehäuse aber Intel, das sich zwar nicht tödlich verletzt zeigt, aber zumindest schwer beleidigt. Was zur Hölle habe sich Apple da erlaubt?

Der Teufel steckt aber im Detail: Apples eigene Chips bekommen weit mehr Arbeit bei gleicher Stromaufnahme erledigt, beziehungsweise brauchen für die gleiche Performance der Core-Chips weit weniger Energie. Das ist in Zeiten, in denen der Planet immer wärmer wird, eine gute Nachricht.

Nun schlägt Intel zurück, als wollte es die Hölle mit einem Alder Lake löschen. Der soll tatsächlich auch in der CPU-Leistung den M1 Pro/Max schlagen, wenn auch nur knapp. Nun ja, ist eben ein Desktop-Chip, der sich da mit einem für Mobilrechner vergleicht, hat diese Woche unser geschätzter Kolumnisten-Kollege Macalope angemerkt . Apple fahre also bald mal wieder zur Hölle, scheinen Wintel-Fans zu jubeln. Da können wir hier unten nur hoffen, sie bringen auch ein paar schicke Maschinen mit.

Da aber das wahre Leistungsvermögen des Macbook Pro M1 Max nicht in den schon sehr starken zehn CPU-Kernen steckt, sondern in den 32 GPU-Kernen, der Neural Engine, dem gemeinsamen Speicher und vor allem den kurzen Wegen zwischen den einzelnen Komponenten, wird es mit der Höllenfahrt des Mac auch diesmal wieder nichts. AMD und Nvidia lassen indes langsam die Hoffnung fahren, nach Ende des Chipmangels wieder mit Apple Silicon mithalten zu können.

Des Pudels Kern: Das Macbook Pro ist keineswegs auf den Weg nach unten, sondern hat die gegenteilige Richtung eingeschlagen. Ein himmlisches Vergnügen, diese vermeintlichen Höllenmaschinen.

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