2598108

Hinter den Kulissen der M1-Entstehung: Gamer-Mac kommt

12.07.2021 | 16:35 Uhr | Halyna Kubiv

Tim Millet, VP of Platform Architecture und Bob Borchers, VP of Product Marketing, teilen einige unbekannte Fakten über den M1.

Die Kollegen von "Tom's Guide" sind mit ihren Awards des Jahres 2021 genauso früh dran wie die Lebkuchen in den deutschen Supermärkten, nämlich ziemlich in der Mitte des Jahres, wenn keine Schneeflocke weit und breit zu sehen ist. Wie dem auch sei, die Redaktion von " Tom's Guide " hat bereits seine Gewinner des Jahren 2021 nominiert und die Nominierungen mit etwas Hintergrundinformationen angereichert. Wenig überraschend hat der M1-Chip von Apple den Award als "Durchbruch des Jahres" gewonnen: Nicht nur biete der Prozessor eine herausragende Performance gepaart mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit der Geräte, der Chip definiert gerade neu, was ein Computer sein und machen kann.

Zwei hochrangige Apple Mitarbeiter, Vicepresident of Platform Architecture Tim Millet und Vicepresident of Worldwide Product Marketing Bob Borchers , haben mit der Redaktion ihre Erkenntnisse über den M1-Chip geteilt. Apple ist bekannterweise im Jahr 2010 auf eigene A-Chips mit dem iPhone 4 umgestiegen. Die Firma skalierte die Entwicklung und Produktion auch für die iPads, 2013 überraschte Cupertino die Industrie mit dem Sprung auf die 64-Bit-Architektur bei Smartphones , die Konkurrenz lief noch einige Jahre später auf den 32-Bit-Prozessoren. Dass Apple irgendwann mal auch bei den Macs auf eigene Prozessoren setzen wird, hat sich schon lange angekündigt, doch laut Millet sollte der neue Apple-Prozessor für Rechner Intel & Co. um Längen schlagen, nicht nur etwas besser sein. "Wenn jemand anderer (außer Intel – Anm. d. Red.) einen Chip herausbringen würde, der eine bessere Leistung in im gleichen Rahmen bringen kann, wo war dann unser Gewinn? Warum würden wir umsteigen wollen?", so Millet. "Und deswegen haben wir unseren Chip-Architekten dieses Ziel gesteckt".

Vor allem die Effizienz des SoCs begeistert

Um eine würdige Konkurrenz für Desktop-Chips zu schaffen, war es nicht genug, einen A-Chip in den Mac zu stecken. Der M1-Prozessor bietet eine herausragende Leistung über eine längere Zeit, das haben übrigens unsere Tests mit APSI Bench gezeigt. Irgendwie ist Apple mit dem M1 eine eierlegende Wollmilchsau gelungen: Neben der Leistung und Ausdauer legt ein M1-Rechner erstaunliche Batterielaufzeiten an den Tag. Bob Borchers erinnert sich an die ersten Tests im Marketing-Team, als sie die neuen Macbooks verwenden durften. "Wir haben die ersten Geräte erhalten und haben uns hingehockt und damit gespielt und Dinge getan für ein paar Stunden. Die Batterieanzeige in der Menüleiste hat sich nicht geändert, wir haben gedacht: 'Oh, Mann! Das ist ein Fehler, die Batterieanzeige ist kaputt.' Tim hat uns im Hintergrund nur ausgelacht: 'Nein, das soll so!' und das war richtig phänomenal."

Etwas vorsichtiger, weil es um die künftigen Produkte geht, äußert sich Millet zu der nächsten Generation der M-Chips. Es sei nur noch ein logischer Schritt weiter, dass Apple bald einen M1X- und M2-Prozessor herausbringt. In Sachen Performance werden sie nicht nur neue Rechner erlauben, sondern wohl eine meist anspruchsvolle Gruppe ins Auge fassen – Gamer. Bereits auf der "State of the Union" im letzten November haben Apples Ingenieure versprochen, dass die M-Prozessoren auch herausragende Games auf dem Mac erlauben werden. Bislang wurde dieses Versprechen jedoch nicht eingelöst. Tim Millet erklärt: "Man kann sich den Ehrgeiz von manchen von unseren GPU-Entwicklern ganz gut vorstellen, wie sie träumen: 'Wäre es nicht toll, dass eins unserer Geräte eine breitere Community von Hard-Core-Gamern anspricht?' Da ist es eigentlich recht logisch, dass wir auf die Zielgruppe schauen. Wir arbeiten mit unserem Metal-Team und mit unserem Team für App-Developer zusammen. Wir lieben Herausforderungen!"

Unsere Meinung:

Die Macs werden traditionell von Intensiv-Gamern nur milde belächelt, zu schwach ist die Grafikleistung der Apple-Rechner für die Tripple-A-Spiele. Ob ein Mac jemals zu einer Gamer-Machine wird oder nicht, hängt nicht nur von Apples Willen ab, sondern auch davon, ob die Spiele-Entwickler den Aufwand einsehen, gute Spiele gleichzeitig auch für macOS zu entwickeln. Denn es ist ja nicht so, dass auf dem Mac Spiele komplett fehlen, die Mac-Ports kommen manchmal teils Jahre später als Xbox- und PC-Versionen – Stichwort " Cyberpunk 2077 ". Da hilft die beste GPU nicht, Gamer für den Mac-Umstieg zu überzeugen.

Macwelt Marktplatz

2598108