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Hinweise auf Rückwärts-Laden und hybride Displays beim iPhone 12

19.01.2021 | 16:24 Uhr | Halyna Kubiv

Seit der ersten Apple Watch hält das induktive Laden Einzug ins Apples Produktportfolio, Rückwärts-Laden wäre der nächste Schritt.

Die Apple Watch kann es seit 2015, das iPhone seit 2017, das iPad und Macbook noch gar nicht – induktives Laden über eine Ladespule und ohne  Kabel. Es gibt jedoch mehrere Hinweise, dass Apple die Funktion erweitern und ausbauen will. Zum einen finden sich in den Unterlagen der US-Netzwerkbehörde FCC nachträgliche Tests eines iPhone 12. Die Forscher haben das magnetische und elektrische Feld des Geräts gemessen und in einer Notiz vermerkt: "Zusätzlich zu der Möglichkeit, von einem fest installierten drahtlosen Lader aufgeladen zu werden, können die iPhones aus dem Jahr 2020 anderes Zubehör mit der Ladefrequenz von 360 kHz aufladen. Die Geräte sind aktuell nur auf ein noch nicht veröffentlichtes Apple-Zubehör angepasst." Der entsprechende Antrag findet sich hier auf dem FCC-Portal , das Dokument mit den Messungen kann man hier herunterladen . Die Tester haben wahrscheinlich dies extra vermerkt, weil die gemessene Frequenz von 360 kHz außerhalb der Bandbreite des Qi-Standard liegt, Qi-Geräte nutzen die Frequenzen zwischen 110 und 300 kHz . Die Funktion im iPhone 12 ist jedoch deaktiviert, es ist aber gut möglich, dass Apple diese per Software-Update freischalten kann. Interessant: Die Apple Watch hat eine Ladefrequenz, die in etwa der von FFC gemessenen am iPhone 12 entspricht: 326,5 kHz .

Dass Apple schon lange an dem Reverse Charging oder Rückwärts-Laden forscht, zeigt ein aktuelles Patent vom 5. Januar . Darin wird eine Technologie beschrieben, wie man mit einem Ladekabel mehrere passende Geräte aufladen kann: Indem man diese aufeinander stapelt. Im Patent werden nicht nur iPhones dazu fähig, andere Apple-Geräte wie eine Apple Watch oder Airpods aufzuladen, sondern auch iPads und Macbooks. Im Extremfall gehen die Entwickler davon aus, dass man auf einem Macbook ein iPad und ein iPhone und auf dem gleichen iPhone noch eine Apple Watch aufladen kann (Siehe Aufmacherbild). In diesem Fall ist sogar Daisy Chaining, also Übergabe der Energie über zwei oder drei Instanzen möglich.

Als Standardfall für Rückwärts-Laden sehen Apple-Entwickler das Auflegen des aufzuladenden Geräts auf die Rückseite des Geräts, das die Energie abgeben soll. Doch in der Kombination mit iPad und iPhone ist es sogar möglich, das iPhone auf das iPad-Display aufzulegen und so die Energie drahtlos zu zapfen. Der nächste Schritt hört sich fast schon wie eine Star-Trek-Anwendung an: Ist das iPhone auf dem iPad-Screen abgelegt, bestätigt der grüne Haken, dass der Ladevorgang gestartet ist. Das iPad lässt sich aber weiterhin nutzen. Entweder rutschen die Apps vom abgedeckten in den sichtbaren Bereich des iPads, oder das iPhone übernimmt die Darstellung der abgedeckten iPad-Apps, ein Hybrid-Bildschirm gewissermaßen.

Hybrides Display des iPhone und iPads beim Rückwärts-Laden.
Vergrößern Hybrides Display des iPhone und iPads beim Rückwärts-Laden.

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