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Apple verteidigt Präsenz im Büro als Unternehmenskultur

30.06.2021 | 12:57 Uhr | Peter Müller

Tim Cooks neuer Arbeitsplan stößt auf Unverständnis: Apple-Mitarbeiter fordern in einem offenen Brief mehr Zulagen für das Arbeiten aus dem Home-Office. Derweil verteidigt der Personalvorstand Deirdre O'Brien die Präsenzkultur im Apple Park.

Update vom 30. Juni: Apple hält an seinem hybriden Arbeitsmodell fest, bei dem die Mitarbeiter mindestens an drei Tagen in der Woche vor Ort im Apple Park sein müssten. Während der Pandemie musste Apple seine Büros schließen, allmählich bessert sich die Lage in Kalifornien und eine Teilrückkehr an den Arbeitsplatz ist möglich. Den Wunsch vieler Arbeitnehmer, weiterhin komplett remote zu arbeiten, beschied Apple abschlägig, das sei nur in Ausnahmefällen möglich und erfordere die Genehmigung der Vorgesetzten – siehe Meldung weiter unten. In einem Interview mit "The Verge" verteidigt Apples SVP of Retail and People Deirdre O'Brien den Entschluss zur Präsenzarbeit als einen wesentlichen Teil von Apples Unternehmenskultur: "Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, um über unsere unglaublichen Produkteinführungen im vergangenen Jahr nachzudenken, dann wurden die Produkte und die Durchführung der Einführung auf der Grundlage jahrelanger Arbeit aufgebaut, die wir geleistet haben, als wir alle persönlich zusammen waren." Andere Firmen wie Facebook oder Google lassen ihren Angestellten komplett freie Hand bei der Wahl der Arbeitsstätte.

Meldung vom 7. Juni: Letzte Woche verschickte Apple-CEO Tim Cook einen Brief, in dem er den Plan für die Rückkehr in die Büros des Unternehmens nach einer längeren Periode der Remote-Arbeit während der Pandemie skizzierte. Apple-Mitarbeiter, so erklärte er, müssen montags, dienstags und donnerstags im Büro erscheinen und dürfen mittwochs und freitags von zu Hause aus arbeiten.

Darüber hinaus ist es den Mitarbeitern erlaubt, zwei Wochen im Jahr von zu Hause aus zu arbeiten, wenn sie die Zustimmung ihres direkten Vorgesetzten erhalten.

Warum 2.800 Mitarbeiter gegen Cook protestieren

Doch eine Gruppe von Apple-Mitarbeitern hat gegen die neuen Regeln protestiert, die im Herbst dieses Jahres in Kraft treten werden. Ein Brief, der in einem internen Slack-Kanal bei Apple mit 2.800 Mitgliedern verschickt wurde, drückt "eine wachsende Sorge" aus und fordert flexiblere Regeln für Heim- und Büroarbeit.

"Apples Politik der ortsunabhängigen und ortsflexiblen Arbeit und die Kommunikation darüber haben bereits einige unserer Kollegen dazu gezwungen, zu kündigen", heißt es in dem Brief. "Ohne die Inklusivität, die die Flexibilität mit sich bringt, haben viele von uns das Gefühl, dass wir uns zwischen unseren Familien, unserem Wohlbefinden und der Möglichkeit, unsere beste Arbeit zu leisten, oder der Zugehörigkeit zu Apple entscheiden müssen. Dies ist eine Entscheidung, die keiner von uns auf die leichte Schulter nimmt und eine Entscheidung, die viele lieber nicht treffen würden."

Die Autoren des Briefes fordern unter anderem eine bessere Kommunikation zwischen Management und Mitarbeitern und eine größere Freiheit für jedes Team, seine eigenen Regeln für die Fernarbeit festzulegen.

Apple bereitet sich schon lange auf die Rückkehr in den Büroalltag vor – wir haben bereits im Mai 2020 über die Pläne des Unternehmens berichtet , als Dauer und Schwere der Pandemie noch nicht ganz klar waren. Aber schon damals wiesen wir auf die Diskrepanz zwischen Apples Enthusiasmus für die Rückkehr zu einem Onsite-Modell und den Zugeständnissen anderer Tech-Unternehmen hin: Twitter zum Beispiel sagte, Mitarbeiter könnten "für immer" von zu Hause aus arbeiten.

Der Brief, der in seiner Gesamtheit auf "The Verge" zu lesen ist, wurde am Freitag zur Unterzeichnung durch Apple-Mitarbeiter verschickt. Apple hat die Angelegenheit noch nicht kommentiert.

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