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Homepod Mini: Ärgernis mit Siri behoben

10.01.2022 | 09:30 Uhr | Thomas Hartmann

Wer einen neuen Homepod Mini zu Weihnachten bekommen hat oder ihn schon länger besitzt, ist mit ungewöhnlichen Problemen konfrontiert: Erinnerungen und andere Befehle funktionierten nicht mehr. Apple hat das Problem stillschweigend behoben.

Update vom 10. Januar 2022 : Sehr kurzfristig konnte man an verschiedenen Stellen im Netz lesen, dass auch das deutschsprachige Siri im Homepod Mini wieder auf entsprechende Befehle wie für Erinnerungen reagiert. Man stellt einfach überall (Homepod, iPhone, Mac) die Sprache wieder auf Deutsch um und probiert es aus. Anweisungen wie “Hey, Siri – erinnere mich in zwei Stunden an das Telefonat mit Steve“ sollten dann wieder problemlos funktionieren.

So weit, so gut. Ärgerlich bleibt nur, dass man das rein zufällig aus News oder Kommentaren anderer User erfährt. Apple hält es weder für nötig, auf das Problem offiziell hinzuweisen, noch auf die erfolgte Lösung. Offensichtlich gab es Probleme mit dem Server, der die deutschsprachigen Befehle verarbeitet, denn ein eigenes Update war nicht erforderlich. Es ging möglicherweise darum, dass Siri nun auch die deutschen Stimmen erkennen und zuordnen kann. Ein nachvollziehbarer Grund für Umstellungsprobleme, auch wenn das rein spekulativ bleibt.

Warum Apple derart schlecht  mit seinen Kunden kommuniziert, ist schwer nachzuvollziehen. Es erinnert ein wenig an die Arroganz der Reichen und Mächtigen, die es nicht nötig haben. Aber Apple zumal als wertvollster Konzern der Welt sollte die Tuchfühlung zu seinen Usern und Konsument:innen nicht verlieren, das setzt ein schlechtes Zeichen und ist auf Dauer auch geschäftsschädigend.

”Hey, Siri, mach einen Termin mit Tim aus, um über dieses Thema zu diskutieren…”. Der Eintrag funktioniert, den Termin mit dem Apple-CEO wird es wohl nicht geben. Aber vielleicht liest ja bei Apple Deutschland jemand diese Zeilen. Und kommuniziert das intern.

Meldung vom 4. Januar 2022: Seit etwa einem Jahr besitzen wir privat einen Homepod Mini. Der hat nicht nur Freude bereitet, über Probleme bei Videos und dem Sound dazu haben wir schon berichtet in Homepod Mini – Kein Spaß am Mac. Das ist durch Updates etwas besser geworden, aber keineswegs perfekt.

Inzwischen haben wir den kleinen smarten Lautsprecher mit der Battery Base ein wenig „aufgerüstet“. Damit ist der kleine Homepod nun auch für eine gewisse Zeit unabhängig vom Stromnetz nutzbar.

Und so hat man sich mit der Zeit aneinander gewöhnt und kommt bis auf die paar Macken gut miteinander aus. Dieses immer noch leicht angespannte, aber letztlich gute Verhältnis endete abrupt kurz vor Weihnachten. ”Hey Siri, erinnere mich an dies und das”, was wir vielfach nebenbei ins Zimmer sprachen, um eine gerade passenden Reminder zu setzen: Genau dies ging plötzlich nicht mehr – stattdessen kommt die Auskunft, man solle auf seinem iPhone eine entsprechende App installieren, was natürlich völliger Blödsinn ist, denn diese App – Erinnerungen – gibt es auf dem Apple Smartphone standardmäßig. Und es gab immerhin damit zuvor keinerlei Problem.

Standardverfahren helfen nicht

Nachdem übliche Verfahren (Updates, Neustart oder Zurücksetzen des Homepod Mini und des iPhones) nichts nutzen, fingen wir an, dazu im eigenen Interesse zu recherchieren. Tatsächlich finden sich verschiedene Beschwerden zum Thema, etwa auf Reddit  (auf Englisch, aber bezogen auf deutsche Sprache), oder hier   (auf Englisch, unklar, ob hier auf dem Homepod Mini englische oder doch deutsche Sprache eingesetzt wird). Auch im Apple Support findet man verschiedene Mitteilungen, zum Beispiel hier . Die Reaktionen oder Ratschläge sind allesamt nicht hilfreich.

Auch iFun.de hat sich des Themas schon länger angenommen. Zuerst mit dem Artikel ”Homepod-Probleme: Kurzbefehle und Standardanfragen funktionieren nicht”, bereits am 23. Dezember. Und wenige Tage später noch einmal hier. Im Wesentlichen gibt es aber nur Problembeschreibungen bezogen auf deutschsprachige User, keine Lösungen. Alle warten sozusagen händeringend auf ein Apple-Update, wobei spekuliert wird, da es nur die deutsche Variante betrifft, bestehe für Apple keine Dringlichkeit. Was angesichts von Usern, die wie der Autor um die 100 Euro dafür bezahlt haben, eine schlichte Frechheit wäre.

Doch letztlich gibt es auch von Apple Support, bei dem manche anriefen, keine hilfreiche Auskunft, teilweise kannte man das Problem (angeblich) gar nicht. Heise.de (”Apples smarter Lautsprecher HomePod mini zeigt sich vergesslich”) sieht außer möglichen Serverproblemen, die eigentlich aber längst behoben sein müssten, auch keinen anderen Rat als Abwarten. Golem.de berichtet ausführlich und verweist auf die Möglichkeit, dass die Probleme nach dem Update auf die Homepod-Software mit der Version 15.2 erstmals auftraten.

Workaround: Alles so schön Englisch hier

So bleibt die Frage, möchte man seinen Homepod Mini weiter dafür nutzen, um Erinnerungen oder Kalendereinträge zu generieren oder auch Einkaufslisten zu erstellen. Und wie dies in der Zwischenzeit, bis Apple sich zu einem Update/Bugfix bequemt genauer gesagt speziell zu seinen deutschsprachigen User herablässt, zu bewerkstelligen ist.

Gerade in der letzten Formulierung mit dem Hinweis, dass die Probleme lediglich deutschsprachige User betreffen, liegt eine mögliche Lösung – nämlich Siri auf dem Homepod Mini auf Englisch umzustellen, dann sollte es ja funktionieren, wenn es wirklich um deutschsprachige Kommandos geht.

Dazu öffnet man auf dem iPhone die Home-App, drückt länger auf das Symbol für den Homepod (Mini), scrollt ganz nach unten zu dem Zahnrad für Einstellungen, dort findet man unter Siri die Sprache, welche man hier auf ”Englisch (USA)” umstellt. Wichtig ist, dass man diese Einstellungen für Siri auch auf dem iPhone tätigt, sonst findet kein Abgleich statt und die englischsprachige Stimme weist einen nur auf die nötigen Veränderungen hin. Ist noch ein Mac im Spiel, muss man auch auf diesem Siri entsprechend einstellen, damit es endlich funktioniert.

Doch was heißt das dann? Um etwa eine Erinnerung einzurichten, sagt man jetzt beispielsweise, ”Hey Siri, remind me of checking the engine oil in one hour” (oder was immer man sonst beabsichtigt). Wenn es funktioniert, antwortet die von uns gewählte kernige männliche US-Stimme: ”Okay. Added to today’s reminders” – klappt also so weit bei uns.

Missverständnisse und Peinlichkeiten inklusive

Doch wenn man nicht selbst englischsprachig ist und immer perfekt die Tonlage trifft, kann es auch leicht zu Missverständnissen führen. So möchten wir etwa einen Termin für den Friseur eintragen und sagen: ”Hey Siri, enter an appointment/date for barber on Tuesday at 10 a.m.”. Das scheint auch zu gelingen. Doch in unserem Kalendereintrag sehen wir dann ”Barbara”, als hätten wir da ein ”date” – oder beim nächsten Versuch einen ähnlichen klingenden Kontaktnamen. Offenbar ist unsere Aussprache für Siri nicht treffend genug. Stattdessen wählen wir ”haircutter”, da versteht uns US-Siri problemlos. Immerhin… Aber man erkennt schon die ersten Tücken. Etwas peinlich kann es unter Umständen auch sein, in der Öffentlichkeit auf seinem iPhone mit Siri ein nicht ganz authentisches Englisch zu sprechen, zumal, wenn die Leute doch wissen, dass man eigentlich Deutscher ist. Es mögen einem andere Situationen einfallen, bei denen diese Sprachumstellung nicht ganz unproblematisch ist. Außerdem muss man damit leben, dass Erinnerungen und Termine nun auch auf Englisch aufgerufen werden oder so im Kalender stehen. Zum Beispiel ”Appointment with haircutter” oder ähnlich.

Fazit: Really, Apple?!?

Was soll man noch sagen? Vor sich selbst rechtfertigt man die höheren Preise, die man für Apple-Produkte in der Regel bezahlt, gern damit, dass man damit auch beste und nachhaltige Qualität erhält. In diesem Fall wird das geradezu konterkariert. Selig, wer stattdessen eine Alexa oder einen Google Nest sein Eigen nennt, dort ist uns von solchen Problemen nichts bekannt.

Klar ist: Wenn man für eine Leistung bezahlt, möchte man sie auch unabhängig vom Land, in dem man sie erwirbt, erhalten. Dass mal kurzfristig etwas nicht funktioniert, ist gerade im IT-Bereich gängig und gehört bis zu einer gewissen Frustrationstoleranzschwelle mehr oder weniger dazu. Doch von einem Konzern wie Apple erwartet man schnellstmögliche Abhilfe, anstatt sich wegzuducken und so zu tun, als ob das Problem eigentlich nicht existiere. Betrifft ja nur ein paar deutschsprachige User...

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