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Hongkong: Apple der Zensur im App Store beschuldigt

15.07.2020 | 13:36 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Eine Wahlbeobachtungs-App wurde im App Store nicht durchgelassen, obwohl die Entwickler auf Anfrage von Apple den Code berichtigt haben.

Demokratieaktivisten in Hongkong werfen Apple vor , die App PopVote zu zensieren. PopVote ist eine Wahlplattform, die bei der Auswertung einer inoffiziellen Vorwahl letzte Woche in Hongkong helfen sollte. Apple habe die App zunächst wegen Fehlern im Code zurückgewiesen, aber bisher eine überarbeitete Version immer noch nicht in den App Store gelassen. Auf Anfragen der Entwickler reagiere Apple nicht. Im Google Play Store ist PopVote indes zugelassen, trotz der Befürchtung, dass die Anwendung gegen das seit 1. Juli in der Sonderwirtschaftszone geltende Sicherheitsgesetz verstoßen könnte.

Die inoffiziellen Vorwahlen vom letzten Wochenende sind nach chinesischer Gesetzgebung illegal. Diese Handlungen fallen unter Versuch eines Umsturzes nach dem neuen Gesetz. Die chinesische Regierung beschuldigt die Veranstalter, Nutzerinfos zu sammeln, Datenschutzregelungen zu brechen und mit "fremden Mächten" bei diesen Wahlen zu kooperieren. Wie jedoch " Quarz " anmerkt, sind die Regelungen im neuen Sicherheitsgesetz so schwammig formuliert, dass praktisch jede Handlung als Hochverrat, Terrorismus oder ein Versuch des Umsturzes gedeutet werden kann.

Im vergangenen Jahr war Apple schon einmal aufgefallen, als es die App Hkmap Live aus dem App Store entfernte. Diese sollte Demonstranten über Polizeibewegungen informieren, Apple-CEO Tim Cook vertrat die Ansicht, die App könne dazu missbraucht werden, "Individuen und Eigentum zu Opfern" werden zu lassen. Die App wurde nach langem Hin-und-Her im App Store doch noch zugelassen .

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