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IBM Model M: Eine Mac-Tastatur wie von 1984

18.02.2021 | 15:02 Uhr | Thomas Hartmann

Als legendär gilt die IBM Model M-Tastatur, die 1984 erschien. Ein Mac-Enthusiast hat sich daran gemacht, diese passend für den Mac nachbauen zu lassen.

Heutige Tastaturen sind oft schmal, leicht und möglichst klein. Dafür verzichten sie, wo das nicht unbedingt erforderlich ist, auf einen Ziffernblock. Und die Tasten selbst kommen in der Regel mit einem weichen Anschlag, der kaum hörbar ist. Was ohne Zweifel in Büros mit mehreren Personen oder wenn man gern leise Musik bei der Arbeit hört, ein Vorteil ist.

Doch genau das kann man auch vermissen – einen härteren, spürbaren Anschlag und das satte Geräusch, wenn die Tasten flott getippt werden. Auf diesem Ansatz basierten auch die eine Zeit lang erhältlichen Matias-Tactile-Pro-Tastaturen für den Mac auf Basis der Apple-Extended-Tastatur .

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Als beispielhaft galt hierfür lange die Model-M-Tastatur, die auch einen ausführlichen Wikipedia-Eintrag hat . Die Tastatur erschien damals von IBM für die IBM Personal Computer mit einem sogenannten ”Enhanced Personal Computer Keyboard"-Tastenlayout. Die Tastatur war groß, konnte aber auch eine Menge an Tasten mit unterschiedlichen Funktionalitäten bieten. Zu dem ”harten” Tastaturanschlag heißt es bei Wikipedia, dass dieser über einen Druckpunkt (zirka 70 Gramm Tastenkraft) verfügte, bei dem die Gegenkraft schlagartig nachlässt (auf etwa 50 Gramm Tastenkraft). Dadurch sei taktiles Feedback an den Benutzer über die erfolgreiche Tastenbedienung erzeugt worden. Zurückzuführen sei dies auf die die ”Knickfeder-Technik” (englisch ”buckling-spring technology”).

Die Tastatur galt als langlebig und stabil sowie einfach zu reinigen.

Kann man sie heutigen Bedürfnissen, und das sogar am Mac, anpassen? Ja, aber nicht sozusagen von der Stange. Wie Tidbits-Autor und Chefredakteur des Online-Magazins Josh Centers ausführlich berichtet , gibt es in den USA aus einer kleinen Fabrik in Kentucky das ”New Model M” zu erwerben, welches die ursprüngliche IBM-Tastatur ziemlich gut nachahmt, hier allerdings mit Windows-Taste und LED-Anzeigen für bestimmte Tasten wie F1 etc. oder Caps Lock.

Der Anschluss erfolgt per USB, es lässt sich auch deutsche Sprache auswählen (also offenbar das deutsche Tastaturlayout QWERT), Kostenpunkt: 119 US-Dollar, dazu kommen nach einer Berechnung der Versandkosten nach Übersee etwa 70 US-Dollar. Das dürfte es nicht jedem wert sein. Doch Josh Centers, der relativ in der Nähe des Betriebes lebt und in der Corona-Zeit auch gern lokale Hersteller unterstützt, war bereit, diese Tastatur zu bestellen – aber als Mac-Autor nur mit einer angepassten Taste als Ersatz für den Windows-Knopf. So verhandelte er mit Unicomp, damit diese ihm ein New Model M mit spezieller Apple-Befehlstaste herstellen würden. Dabei kam zwar nicht die berühmte ”Blumenkohl“-Taste (eigentlich Saint-Hanne-Kreuz oder Johanneskreuz ) heraus, dafür eine schlichte, aber funktionale ”Command”,-also Apple-typische ”Befehlstaste”. Um diese statt der Windows-Taste zu erhalten, musste er beim Auschecken vereinbarungsgemäß eine Anpassungsgebühr angeben und beschreiben, welche Änderungen in Bezug auf das Mac-Layout vorgenommen werden sollte. Insgesamt zahlte er dafür knapp 146 US-Dollar – teuer, aber für eine solche nostalgische Spezialanfertigung auch nach seinem Eindruck in Ordnung.

Letztlich funktionierte das Ganze mit seinem iMac ”out of the box”. Ein paar Details waren in den System-Voreinstellungen anzupassen, aber das war’s. Josh Centers beschreibt auf der Website ausführlich, wie sich das Tippen mit dem neu aufgelegten Klassiker anfühlt und welche Vor- und Nachteile es hat. Auch kurze Videos sind dabei, unter anderem von den unbeholfenen, aber nett anzusehenden Versuchen seines kleinen Kindes.

Was ihn stört, ist der LED-Streifen ganz oben rechts auf der Tastatur, dessen Dioden ihm manchmal einfach zu hell leuchten. Ob man diese Spezialanfertigungen auch nach Deutschland geschickt bekommt, lässt sich leicht ausprobieren – man sollte dazu aber vorher per E-Mail Kontakt zum Hersteller aufnehmen.

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