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ICANN vertagt umstrittene Entscheidung zu .com

05.12.2005 | 10:38 Uhr |

Die Internet-Verwaltungsstiftung ICANN hat den geplanten Vertrag mit der US-Firma Verisign nach Protesten von Wettbewerbern vertagt.

ICANN-Monopol auf Top-Level Domains in Gefahr
VergrĂ¶ĂŸern ICANN-Monopol auf Top-Level Domains in Gefahr

Auf der Tagung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers diese Woche in Vancouver, Kanada, werde der ICANN-Aufsichtsrat keine Entscheidung mehr treffen, berichtet Eric SchÀtzlein vom deutschen Registrar Schlund + Partner (eine Tochter von United Internet). Seine Firma gehörte zu den mehr als 30 Domain-Registraren, die gegen einen geplanten Vertrag mit der US-Firma Verisign protestiert hatten.

Dieser hĂ€tte Verisign faktisch auf ewig die Verwaltung der Top-Level-Domain (TLD) .com gesichert und dem Unternehmen außerdem erlaubt, die Preise fĂŒr eine .com-Adresse jedes Jahr ohne Angabe von GrĂŒnden um sieben Prozent zu erhöhen. Nun sei das Problem allerdings nur aufgeschoben, nicht aufgehoben, befĂŒrchtet SchĂ€tzlein: "Wenn ICANN jetzt angeblich auf eine offene Diskussion setzt, erscheint mir das angesichts der Vorgeschichte als hohle Phrasendrescherei."

Zwei Organisationen, die Coalition for ICANN Transparency (CFIT) und die World Alliance of Domain Name Developers (WADND) hatten nĂ€mlich die ICANN wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen das Wettbewerbsrecht verklagt. "In der Sache haben CFIT und WADND Recht", so SchĂ€tzlein weiter. "Und wenn ich den Streit mit Verisign betrachte, scheint der Weg ĂŒber die Gerichte manchmal am effektivsten zu sein, wenn man bei ICANN etwas erreichen möchte." Schlund + Partner stehe aber weiterhin hinter ICANN als Kontrollstelle fĂŒr die Internetverwaltung und wolle den fatalen Vertrag durch Überzeugungsarbeit innerhalb der Organisation stoppen. (tc)

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